Infobroschüre des ‚Netzwerks Ess-Störungen‘

Aktualisierte Infobroschüre des ‚Netzwerks Ess-Störungen‘: Wenn das Essen zum Problem wird.

Ob Magersucht, Bulimie oder Ess-Sucht – wenn das ‚normale‘ Essen zum Problem wird, beeinträchtigt das massiv das Leben der Betroffenen und Angehörigen. Infos und Hilfsangebote zu diesem Thema hat das ‚Netzwerk Ess-Störungen‘ im Kreis Gütersloh in einer übersichtlichen Broschüre gebündelt. Diese liegt nun in der dritten Auflage bei den beteiligten Beratungs- und Behandlungsinstitutionen aus.

„Ich freue mich, dass mit dieser Broschüre mehr Transparenz für Betroffene und Angehörige geschaffen und der Zugang zu angemessener Hilfe erleichtert wird“, sagt Thomas Kuhlbusch, Dezernent für Gesundheit, Ordnung und Recht beim Kreis Gütersloh. Die differenzierte Darstellung der Beratungs- und Behandlungsangebote im Kreisgebiet und der angrenzenden Region stoße auf große Resonanz. Darum ist nun die dritte aktualisierte Auflage erschienen.
Eine Essstörung ist weit mehr als nur ein Problem mit dem Essen. Sie ist eine ernstzunehmende psychosomatische Erkrankung. Je eher sie erkannt wird und den Betroffenen geholfen werden kann, desto größer sind die Heilungschancen. Rund ein Fünftel der 11- bis 17-jährigen Jugendlichen – zumeist Mädchen – ist laut Robert-Koch-Institut betroffen. Und die Zahl steigt.

Seit 2010 gibt es im Kreis Gütersloh das ‚Netzwerk Ess-Störungen‘. Darin vertreten sind die Abteilung Gesundheit des Kreises, die Bürgerinformation Gesundheit und Selbsthilfekontaktstelle des Kreises Gütersloh (BIGS), die Caritas Sucht- und Drogenhilfe, die Frauenberatungsstelle und Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt Gütersloh, die pro familia Beratungsstelle Gütersloh sowie die Gleichstellungsstellen der Stadt und des Kreises Gütersloh. Das gemeinsame Ziel der Projektpartner ist es, die Transparenz über Präventions- und Hilfsangebote zu verbessern und die Kooperation zwischen den beteiligten Einrichtungen zu fördern.

Zum Thema: Neue Herausforderungen im Bereich Essstörungen

Die zunehmende Digitalisierung des Alltags und die Kommunikation durch soziale Medien beeinflussen auch die Verbreitung und Wahrnehmung von Essstörungen. In den vergangenen Jahren wurden die Betroffenen immer jünger. Dabei spielt auch der Einfluss von sozialen Medien eine Rolle. Kinder und Jugendliche haben durch Facebook, WhatsApp, Instagram und Co jederzeit ungefilterten Zugriff auf vermeintlich erstrebenswerte Körperbilder und ‚richtiges‘ Essverhalten.

Mit einem Fachtag zum Thema ‚Dick, dünn, perfekt?! – Neue Herausforderungen im Bereich der Essstörungen‘ setzt sich das ‚Netzwerk Ess-Störungen Kreis Gütersloh‘ am Mittwoch, 27. September , auseinander. Der Fachtag richtet sich vor allem an Ärzte, Psychotherapeuten,Psychologen und Pädagogen, die mit Betroffenen und Angehörigen einer Essstörung zu tun haben. Eine zentrale Frage wird sein, wie man essgestörte und gefährdete Jugendliche auch über soziale Kanäle erreicht, um ihnen zu helfen.

Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr im Sitzungssaal 2 des Kreishauses Gütersloh. Als Referenten und Diskussionspartner sind Martina Hartmann, Diplom-Sozialarbeiterin und Geschäftsführerin von ‚Dick und Dünn e. V.‘ Berlin, sowie Dr. med. Moritz Noack, Oberarzt in der LWL-Universitätsklinik Hamm im Bereich der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, mit dabei.