47. Schleppjagd Cappenberger Meute – Reit- und Fahrverein Herzebrock-Clarholz

Die Reitjagd hinter Hunden geht auf eine lange Tradition zurück. Die 47.Schleppjagd des Reit- und Fahrvereins Herzebrock-Rheda hinter der Cappenberger Meute war nicht nur für die Reiter sondern auch für Zuschauer ein echtes Erlebnis, denn die Jagd zu Pferde mit der Meute ist eine Jahrhunderte alte Tradition.

(GG) Ein sehenswertes Reiterschauspiel war am Samstag in Pixel zu erleben. Jagdherrin Cornelia Funke hatte zur traditionellen Schleppjagd auf dem Hof Borgmann an der Pixeler Straße in Herzebrock eingeladen. Es war die insgesamt 47. Schleppjagd des Reit- und Fahrvereins Herzebrock-Rheda. 93 ambitionierte Freizeit-, und Turnierreiter aus den Kreisen Gütersloh, Paderborn, Warendorf und sogar Nürnberg, Oldenburg und Wuppertal haben die Veranstaltung durch ihre Beteiligung zum Erfolg gemacht. Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Spektakel über die 18 Kilometer lange Strecke, denn bei der Pflege der jahrhundertealten Tradition ging es im großen geselligen Miteinander für Mensch und Pferd im Galopp über Stock und Stein.

Möglichst nahe im Gefolge der mehr als 25 wild bellenden Foxhounds der Cappenberger Meute des Cappenberger Schleppjagdverein hinterher. Gerade in der Equipage, angeführt von den Hundeführern, einer Meute zu reiten, ist für viele Reiter ein echter Traum. Teilnehmer, die mehr als zehnmal an Schleppjagden teilgenommen haben, waren am roten Jagdrock zu erkennen. Die begleitend zur Veranstaltung geblasenen Jagdsignale kamen von den mehr als 20 Mitgliedern des Jagdhornbläserkorps Hubertus Wiedenbrück und Jagdhornbläsern aus Herzebrock-Clarholz. Nach einem reichhaltigen, westfälischen Frühstück mit rund 150 Teilnehmern machte sich die Gesellschaft schließlich auf den Weg. Vorher dankte Jagdherrin Cornelia Funke aus Herzebrock-Clarholz, die nicht nur als zweite Vorsitzende des Cappenberger Schleppjagdverein aktiv ist, sondern auch dem Reit-und Fahrverein Herzebrock- Rheda angehört, allen ehrenamtlichen Beteiligten, die die Traditionsveranstaltung durch ihren Einsatz zum Erfolg gemacht haben. Der erste Vorsitzende des Cappenberger Schleppjagdverein und Huntsmann Stefan Geldsetzer aus Remscheid freute sich mit Cornelia Funke eine „echte Freundin der Jagdreiterei“ gefunden zu haben. Zudem freute er sich über die große Teilnehmer- und Besucherresonanz.

Bei der edelsten Form der aus England stammenden Reiterei wird nicht auf lebendiges Wild gejagt, denn das ist in Deutschland seit 1934 verboten.

Vielmehr stand die reitsportliche Herausforderung, mit dem Pferd im Galopp durchs Gelände zu jagen, nach Können und Belieben Hindernisse zu überspringen und möglichst nicht die Hundemeute aus dem Blick zu verlieren, im Vordergrund. Die agilen Hunde, die drauf abgerichtet sind keinerlei Wild zu jagen, verfolgten mit viel Eifer und Gebell eine von Fährtenleger Christoph Stecker, wenige Minuten vor Beginn der Schleppjagd, querfeldein ausgelegte Heringslake. Dazu hatte Christoph Stecker, links und rechts am Sattel seines Pferdes, zwei kleine Kanister, in denen sich die Lake befand. Um die Fährte nicht zu verlieren, mussten die Hunde konzentriert bleiben. War die Meute doch mal vom Wege abgekommen, galt es die Spur möglichst schnell wiederzufinden.

Die Schleppjagd umfasste längere Feldstücke, Waldpassagen, Wiesengebiete und mehr als 30 natürliche und feste Jagdhindernisse. Für Mensch und Tier war deshalb eine gute Kondition gefragt. In vier geführten Gruppen, sogenannten Jagdfeldern, konnten die Teilnehmer ihrem reiterischen Können in vorgegebenen Geländestrecken freien Lauf lassen. Begleitet von Feldführern und Pikören wurde das erste „Springende Feld“ Egon Stiens und Norbert Homeyer, ein zweites „Springendes Feld“ von Thomas Klüsener und Georg Wittop betreut. Das „Nicht springende Feld“ haben Martin Schmitfranz betreut, das Einsteigerfeld von Sabine Hessenkämper geleitet. Interessierte Zuschauer wurden in einem gesonderten Tross zu gut einsehbaren Punkten chauffiert, von wo aus das reiterliche Spektakel sicher zu beobachten war.

Bild und Text: Gabriele Grund