Neuer Kindergarten vorerst als Containerlösung

Foto: Beispiel Kindergarten-Container

Die aktuelle Situation rund um den zu bauenden neuen Kindergarten und die zwischenzeitliche Containerlösung in Herzebrock-Clarholz

Die Gemeinde Herzebrock-Clarholz wird eine weitere Kindertageseinrichtung bauen. Träger und Standort sind gefunden, jedoch wird der Bau nicht rechtzeitig zum Start des nächsten Kindergartenjahres im August fertig sein. Damit der voraussichtliche Mehrbedarf von rund 70 Kindergartenplätzen bis zur Bezugsfertigkeit des neuen Gebäudes an der Berliner Straße im Ortsteil Herzebrock trotzdem gedeckt werden kann, soll es eine Zwischenlösung in Form eines „Container-Kindergartens“ geben.

Klaus-Peter Brell, CJD-Fachbereichsleiter für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, wird als Träger der neuen Kindertageseinrichtung vermehrt von Eltern angesprochen, die jetzt unsicher sind, ob und wann der Kindergarten denn nun gebaut wird.

Bürgermeister Marco Diethelm versichert, dass mit Hochdruck parallel sowohl der Bau des Kindergartens als auch die Realisierung der Containerlösung vorangetrieben werden. „Wir werden die zusätzlichen Betreuungsplätze auf jeden Fall pünktlich vorhalten“ so das Gemeindeoberhaupt.

Die Verwaltung hat für die Zwischenlösung eine Vielzahl möglicher Grundstücke geprüft. Auch Vorschläge zur Nutzung bereits vorhandener Gebäude wurden berücksichtigt. Aufgrund der Grundanforderungen beispielsweise hinsichtlich Anzahl und Größe der Räumlichkeiten sowie der sanitären Einrichtungen scheidet diese Möglichkeit aus. Container sind eine machbare und bezahlbare Variante.

Nicht nur in Herzebrock-Clarholz, auch in den meisten anderen Kommunen im Kreis Gütersloh ist der Betreuungsbedarf deutlich gestiegen. Entgegen den Erwartungen der letzten Jahre müssen schnellstmöglich zusätzliche Plätze für Kinderbetreuung, besonders auch für Ü3 Kinder, geschaffen werden.

„Die Gründe dafür sind vielfältig“, sagt Marianne Tröster, beim Kreis Gütersloh zuständig für die Kindergartenbedarfsplanung. „Steigende Geburtenraten, Änderung des Anmeldeverhaltens der Eltern, die ihre Kinder erheblich früher als bisher in einer Kita anmelden, Wahrnehmung des Rechtsanspruches ab der Vollendung des ersten Lebensjahres, Wegfall des Betreuungsgeldes sowie Zuzüge und Flüchtlingskinder summieren sich.

So beanspruchen in diesem Jahr deutlich mehr Kinder in Herzebrock-Clarholz einen Kindergartenplatz als noch in 2017. Die Zahl der Kinder, die in der Gemeinde leben, ist im selben Zeitraum nicht gestiegen.

Obwohl die Versorgungsquote der Ein- bis Zweijährigen und Zwei- bis Dreijährigen um fünf Prozentpunkte erhöht wurde, musste der Kreis Gütersloh insgesamt 68 Absagen an Eltern verschicken, die einen Betreuungsplatz in der Gemeinde benötigen.

„Das bedeutet“, so Diethelm, „dass sich die Quote der durch die Eltern gewünschten Betreuungsplätze bei den Zwei- bis Dreijährigen um bis zu 50 Prozent erhöht hat. Bei den Ein- bis Zweijährigen hat sich der Bedarf sogar verdoppelt. Die Kindergartenplätze U3 werden deshalb mit der neuen Kita von 99 auf 130 erhöht.“

Foto: Beispiel für die Einrichtung eines Container
Foto: Beispiel Kindergarten-Container