Kinder und Mediennutzung. Was ist zu tun?

In Zusammenarbeit mit dem Medienzentrum Gütersloh veranstaltete die Schulpflegschaft der Josefschule Herzebrock einen Vortrag zum Thema „Chancen und Risiken der Mediennutzung“. Hier ging es vor allem um den Umgang mit Medien: Wie können Eltern Ihren Kindern helfen sicher mit Medien umzugehen und dabei nicht nur Verbote auszusprechen.

Das Thema traf auf großes Interesse vieler Eltern, denn die Aula der Josefschule war die zwei Stunden sehr gut gefüllt. Die Kinder schauten während des Vortrages im Nebenraum bei Popcorn gemeinsam einen Kinofilm.

Schon seit der Einführung des Buchdrucks machen sich Eltern sorgen, dass Ihre Kinder zu viel Medien nutzen. Nur mit der Einführung des Internets ist der Wandel schneller und macht nicht vor der Haustür halt. Mobbing, Pädophilie und Radikalisierung finden nun auch im Kinderzimmer statt und wir können unsere Kinder zwar nicht vor allem Schützen, ihnen aber helfen richtig damit umzugehen.

Stärkt die Kompetenzen Eurer Kinder, auch mit Medien!

Doch was heißt Medienkompetenz? Neben der Beherrschung der Technik, die die Kinder sehr leicht erlernen, sollten sie sich über die Gefahren bewusst sein, Situationen richtig einschätzen können, die Regeln kennen und sich selbst realistisch einschätzen können. Wie bei jedem Führerschein auch. Daher unsere Frage: Warum lernen Kinder nicht in der Schule in einem separaten Unterrichtsfach diese Kompetenzen, die dann mit einem Medienführerschein abgeschlossen werden?

Welchen Gefahren sind unsere Kinder ausgesetzt?

  • Kinder können über einfache Chats auf Spieleseiten mit gefährdeten Profilen in Kontakt kommen.
  • Cybermobbing: Kinder können Beleidigungen und Beschimpfungen über das Internet 24 Stunden auch im Kinderzimmer erleben.
  • Kinder kommen früh mit Pornografie, Gewalt, Rassismus und Extremismus über Medien und Spiele in Kontakt.
  • Auch Kinder können schon von Medien abhängig werden und an einem Burnout erkranken.
  • Hinzu kommen strafbare Handlungen wie zum Beispiel illegale Downloads oder Kosten über kommerzielle Angebote.

Kettenbriefe gibt es schon seit unserer Kindheit und auch bei uns Erwachsenen. Aber die der Kinder können starke Ängste hervorrufen. Den Kindern wird suggeriert, dass wenn sie den Kettenbrief nicht weiterschicken, ihre Eltern in naher Zukunft sterben werden. Kinder sollten das Gefühl haben, mit ihren Eltern über solche Nachrichten reden zu können, damit ihnen der Schrecken genommen wird und sie sensibler mit solchen Nachrichten umgehen.

Was können wir tun?

Kinder sollten früh lernen im Internet keine persönlichen Daten, Informationen oder Bilder weiterzugeben. Doch gerade diese „gefühlte“ Anonymität wiegt viele in Sicherheit. Jedes Foto welches per WhatsApp oder Instagram weiterleitet wird, enthält die Standort-Daten der Kinder. Viele sind sich dessen nicht bewusst. Kinder sollten wissen, Fotos die einmal im Internet veröffentlicht oder verschickt wurden, sind nicht mehr zwangsläufig zu löschen.

  • Eltern sollten einen Schutzfilter einbauen, wie zum Beispiel das kostenlose Jugendschutzprogramm.
  • Auch bei Youtube kann ein eingeschränkter Modus aktiviert werden, wobei diese nicht komplett sicher sind. Es gibt auch eine YouTube Kids App.
  • Um die Kinder nicht bei Google auf alle Inhalte stoßen zu lassen, hilft es schon eine „sichere“ Startseite einzurichten, wie zum Beispiel fragFINN.de
  • Damit die Kinder zu ihren Lieblingsseiten direkt gelangen, können Eltern ihnen Lesezeichen oder Favoriten einrichten.
  • Sollten Kinder am Computer arbeiten, kann für das Kind ein eigener Zugang mit eingeschränkten Rechten eingerichtet werden.

Eltern sollen sich hingucken wenn Kinder Medien nutzen, mit Ihnen darüber reden, was sie mit ihrem Computer, Smartphone oder Spielekonsole machen. Die Medienerziehung findet nicht nur in der Schule statt, sondern auch Zuhause, beide müssen hier Hand in Hand gehen. Eltern müssen mit ihrem Verhalten Vorbild sein. gemeinsame Regeln für die Mediennutzung helfen dabei allen.

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