Freigänger Katzen in Herzebrock-Clarholz müssen kastriert werden

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Der Rat der Gemeinde Herzebrock-Clarholz hat beschlossen Paragraph §4 Tiere der „Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiet der Gemeinde Herzebrock-Clarholz“ um folgenden Punkte zu ergänzen:

  • Katzenhalter/innen, die ihrer Katze Zugang ins Freie gewähren, haben diese zuvor von einem Tierarzt kastrieren zu lassen. Dies gilt nicht für weniger als 5 Monate alte Katzen. Als Katzenhalter/in im vorstehenden Sinne gilt auch, wer freilaufenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stellt.
  • Für die Zucht von Rassekatzen können auf Antrag Ausnahmen von der Kastrationspflicht zugelassen werden, sofern eine Kontrolle und Versorgung der Nachzucht glaubhaft dargelegt wird.

Als Begründung wird angeführt, dass es in vielen Städten, so auch in Herzebrock-Clarholz, eine hohe Population wildlebender herrenloser Katzen gibt. Die Tierheime verhängen Aufnahmestopps für Katzen, da sie die Mengen nicht mehr unterbringen und versorgen können. Eine Vermittlung der Katzen erfolgt nur in seltenen Fällen. Die nicht kastrierten, freilaufenden Katzen paaren sich auf ihren Freigängen mit wildlebenden Katzen oder anderen Freigängern. Die Besitzer dieser Katzen können den Nachwuchs oftmals nicht mehr weitergeben. Folglich werden die Katzen ins Tierheim gebracht oder auch ausgesetzt. Letzteres führt wieder zu einer unkontrollierten Fortpflanzung der Katzen. Durch die hohe Population der wildlebenden Katzen verbreiten sich unter den Katzen Krankheiten wie z. B. Tollwut, Fuchsbandwurmerkrankungen, Spulwürmer, etc. Werden diese Krankheiten nicht behandelt, leiden die Katzen unter den Auswirkungen. Außerdem resultieren hieraus auch Gefahren für Menschen und Haustiere.

Um das Problem der immer weiter anwachsenden Katzenpopulationen einzudämmen, schlägt auch der Deutsche Tierschutzbund eine möglichst flächendeckende Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen vor. Dies kann durch entsprechende Regelungen in den ordnungsbehördlichen Verordnungen erfolgen. Von dieser Möglichkeit hat bereits eine Vielzahl der Nachbarkommunen, z. B. Rheda-Wiedenbrück, Gütersloh, Harsewinkel, Verl, Steinhagen u.a. Gebrauch gemacht.