Brückenteile Möhlerstraße per Kran eingesetzt

Durch die Trapezform nehmen Tiere den Durchlass besser an, hat man aus Erfahrung gelernt. Zwar dient die Flutbrücke in erster Linie dem Hochwasserschutz. Mit ihrer lichten Höhe von 1,80 Meter ist sie aber auch für Tiere ein Tunnel, vor allem für kleinere. Foto: Kreis Gütersloh

Das leichteste wiegt elf Tonnen: Passenderweise am ‚Brückentag‘, am Montag, dem 30. April, hat ein Kran die neuen Elemente der Flutbrücke im Verlauf der Möhlerstraße (K52) eingesetzt. Vier Tieflader hatten die im Werk gefertigten Betonteile gebracht, die per Kranwagen an Ort und Stelle eingesetzt und miteinander verbunden worden sind. Vorteil: Vor allem Zeitersparnis.

Neben dem rechteckigen Hauptdurchlass wird es künftig noch weitere Flutöffnungen geben, falls es hier zu Hochwasser kommt: Die alte Flutbrücke wurde zubetoniert und an Ort und Stelle gelassen – die neue entsteht im Straßenverlauf direkt daneben. Bevor die alte jedoch mit Beton verfüllt wurde, sind etwa ein Dutzend Rohre quer hindurch geführt worden. Und als dritte Öffnung im Straßendamm wird auch der Durchlauf eines Grabens direkt neben der Flutbrücke erneuert. „Das alles zusammen wird wohl reichen“, meinte vor Ort der Brückenspezialist des Kreises Gütersloh, Martin Pollmeier. Der Brückenbau-Ingenieur hat in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Herzebrock-Clarholz die Planung für den Neubau gemacht. Die Größe der Öffnung des  Hauptdurchlasses wurde mit einem hydraulischen Gutachten berechnet. Alles darüber hinaus ist zusätzliche Sicherheitsreserve. Eine Flutbrücke ist ein Bauwerk, durch das beispielsweise bei Hochwasser das Wasser fließen kann, um Druck vom Straßendamm zu nehmen. Ohne diesen Durchlass würde die Möhler Straße wie ein Deich wirken. Auch wenn aktuell nichts zu sehen ist: Ortskundige wissen, dass die Brücke hier nicht umsonst steht.

Die Betonfertigteile selbst weisen im Gegensatz zu früheren Exemplaren ab Werk eine Besonderheit auf, erläutert Pollmeier, während das erste Bauteil am Kran hängt. Der Boden ist nicht einfach eine eben Fläche, sondern trapezförmig gestaltet: In der Mitte gibt es eine breite Rinne und links und rechts so etwas wie erhöhte Wegfläche. Und genau das sind sie: Wege. „Man hat festgestellt, dass Tiere den Durchlass so besser annehmen.“

Für die Erneuerung der Flutbrücke ist die K52 seit dem 9. April voll gesperrt. Kalkuliert wurde bei Baubeginn mit rund sieben Wochen Vollsperrung – der Einbau der neuen Brückenteile hat sich um eine Woche verzögert, so dass derzeit Ende Mai mit der Aufhebung der Vollsperrung zu rechnen ist.

 

 

Durch die Trapezform nehmen Tiere den Durchlass besser an, hat man aus Erfahrung gelernt. Zwar dient die Flutbrücke in erster Linie dem Hochwasserschutz. Mit ihrer lichten Höhe von 1,80 Meter ist sie aber auch für Tiere ein Tunnel, vor allem für kleinere. Foto: Kreis Gütersloh
So geht Brückenbau heute: Per Kran werden die vier im Werk produzierten Elemente an Ort und Stelle eingesetzt. Foto: Kreis Gütersloh
Einpassen des ersten Teils der Flutbrücke. Links im Bild der alte Durchlass, der mit Röhren versehen worden ist, bevor er zubetoniert wurde. Foto: Kreis Gütersloh