Bernhard Vielstädte – Ein BIldhauerleben 1928-2015

Bildhauer Bernhard Vielstädte mit 80 Jahren beim Farbig-Fassen einer Krippenfigur Foto: Familie Vielstädte

Die Sommerausstellung des Heimatvereins Herzebrock e.V. im Casper Ritter von Zumbusch-Museum ist mit großem öffentlichen Interesse eröffnet worden.

Die diesjährige Sommerausstellung widmet sich unter dem Titel: BERNHARD VIELSTÄDTE: ein Bildhauerleben 1928-2015 dem Leben und Werk des Herzebrocker Bildhauers und Künstlers Bernhard Vielstädte. Er verstarb 2015 und hinterließ ein Werk und ein Andenken, dass in dieser Ausstellung erstmals museal präsentiert wird.

Die Ausstellung umfasst unterschiedliche Aspekte, die die Tätigkeit von Bernhard Vielstädte beleuchten. Die Gliederung der Ausstellung ist an den Schwerpunkten im Leben Bernhard Vielstädtes ausgerichtet. Der Lehrmeister im Handwerk, dem Heimatfreund in der Gemeinde und der Künstler sind die drei Erzählstränge.

In einer kreativ-handwerklich ausgerichteten Familie aufgewachsen, war Vielstädte schon früh dem Handwerkerideal von Adolph Kolping verschrieben. Selber in einer handwerklichen Lehre, der benachbarten Wiedenbrücker Schule früh mit der Kunst und dem technischen Können der Holzbildhauerei vertraut. Wanderjahre und Meisterschliff in der Fremde führten zur Rückkehr nach Westfalen. In Herzebrock in der das berufliche Glück in der Gründung eines selbständig geführten Betriebes und Ateliers der Holzbildhauer- und Steinbildhauerkunst lag und des persönlichen Glücks in einer großen Familie. Dem alten Handwerkstraditionen nahe bildete Vielstädte über 30 Lehrlinge aus und war lange Zeít Obermeister der Handwerksinnung.

Wie facettenreich und erfinderisch ein Betrieb in den Jahren zwischen 1960 und 1990 sein musste wird in der großen und anhand von Beispielen gezeigten Objekte und Abbildungen von realisierten Kunst am Bau Projekten deutlich.

Bernhard Vielstädte hat über 50 Jahre lang eine selbst gegründete, frei arbeitende Bildhauerwerkstatt und einen Handwerksbetrieb geführt.
Er hat in diesem Betrieb über 35 Lehrlinge ausgebildet und zeitweise mehr als 6 Mitarbeiter beschäftigt. Dazu kommt eine große eigene Familie mit bis zu 12 Personen am Tisch.
So umfasste die Bildhauerwerkstatt viele Köpfe und verschiedene Generationen, im besten Sinne also in der Tradition der alten Zeiten, in denen Handwerk zünftisch organisiert war und das technische Können im Handwerk wesentlich über die Beschäftigungschancen entschied.

Dass Bernhard Vielstädte ein profunder Kenner der westfälischen Bildhauerkunst war und er mit Respekt und Achtung vor den Bildwerken der vergangenen Berufskollegen stand, machte seinen Blick offen und wach für die Schätze in seiner direkten Umgebung.

Auch Pionierleistungen, zum Beispiel die des berühmten Monumentalbildhauers Caspar Ritter von Zumbusch, ließen ihn nicht unberührt. Diesen bedeutenden Sohn der Gemeinde gebührend zu würdigen, wurde immer wieder in der ehrenamtlichen Tätigkeit zum Thema. Für den Festumzug 1960 – zur 1100 Jahrfeier von Herzebrock – fertigte er die überlebensgroße Büste von Zumbuschs an, die damals auf dem Motivwagen mitfuhr und die heute im Zumbusch-Museum zu sehen ist.

Auch das Engagement bei der Einrichtung des Heimatmuseums im Kloster und die Mitarbeit bei der ersten großen Zumbusch-Ausstellung 1980 waren für ihn selbstverständlich. Selbst auswärts in Wiedenbrück beriet er die dortigen Heimatfreunde bei der Einrichtung des Museums Wiedenbrücker Schule und half als Experte und Stifter von Exponaten.

Über 25 Originalobjekte bis zum Handwerkszeug des Meisters sind in der Ausstellung aus der Sammlung der Familien zusammengestellt worden.

Die Sommerausstellung zeigt erstmals ein bildhauerisches Werk und der Heimatverein Herzebrock e.V. bedankt sich bei der Familie Vielstädte für die Bereitschaft die umfassende Werkschau ihres verstorbenen Ahnherren/Seniors möglich gemacht zu haben.

Laufzeit der Ausstellung: vom 17. Juni bis 15. Juli 2018, im Caspar Ritter von Zumbusch-Museum, Clarholzer Straße 45, Herzebrock.

Laufzeit bis zum 29.7.2018 verlängert worden.

Öffnungszeiten:
Die Ausstellung ist sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Sonderöffnungen und Gruppenführungen sind während der Laufzeit möglich. Es wird auf Wunsch auch museumspädagogisches Arbeitsmaterial für Lerngruppen oder Schulklassen zur Verfügung gestellt. Der Eintritt ist frei, Spenden für die Arbeit des Heimatvereins sind willkommen. Kontakt über die Archivare des Heimatvereins: Karlheinz Buddenborg, Tel. 05245 922748 und Hans-Bernhard Vielstädte, Tel. 05245 3880.