Müll gehört nicht in die Toilette

Der Leiter der Kläranlage Herzebrock-Clarholz Oliver Beermann und seine Stellvertreterin Anna Strotmann möchten für bewussteren Umgang mit Abfällen sensibilisieren.

In der Kläranlage Herzebrock-Clarholz kommt es in den letzten Jahren immer wieder zu Verstopfungen. Der Grund dafür sind feste Abfälle. Insbesondere in Lotion getränktes Toilettenpapier, das als Feuchttücher beispielsweise zur Babypflege genutzt wird sowie textile Putztücher setzten sich in Pumpen im Kanalsystem und der Kläranlage fest. Anders als Toilettenpapier zerfallen diese Materialien nicht. Zusammen mit weiteren Bestandteilen können sie sogenannte Fettberge oder reißfeste Zöpfe bilden.

Probleme dieser Art können von vornherein vermieden werden. Die Gemeindewerke möchten die Bürgerinnen und Bürger sensibilisieren, dass Abfälle in fester wie flüssiger Form nicht in die Toilette und somit ins Abwasser gehören.

„Vielen Menschen ist vielleicht gar nicht bewusst, dass Abfälle generell im WC nichts zu suchen haben. Unsere Kanalisation und die Kläranlage sind keine Müllschlucker“, sagt Oliver Beermann, der Leiter der Kläranlage in Herzebrock-Clarholz. „Unsere Abwasseranlagen können mit dem herkömmlichen Toilettenpapier gut umgehen“ ergänzt Anna Strotmann, die stellvertretende Leiterin, „doch bei Abfällen wie Feuchttüchern, Windeln, Wattestäbchen und dergleichen bekommen wir vor allem dort Probleme, wo zu Beginn des Abwasserprozesses Pumpen im Einsatz sind“.

Weder feste Abfälle wie Hygieneartikel oder Speisereste, noch abgelaufene Medikamente oder flüssige Abfälle wie etwa Farbreste oder Chemikalien gehören in die Toilette. Was gar nicht erst im Abwasser landet, muss anschließend nicht aufwendig herausgeholt werden, so die Gemeindewerke. Daher soll ausschließlich das normale Toilettenpapier in der Toilette, alles andere in der Restmülltonne beziehungsweise über die vorgesehenen Entsorgungswege, wie etwa die Schadstoffsammlung, entsorgt werden.

In den letzten Jahren haben die Mitarbeiter der Kläranlage zunehmend mehr Abfälle, das sogenannte Rechengut, in der ersten Reinigungsstufe aus dem Abwasser geholt. Waren es 2015 noch rund 14 Tonnen, so lag die Menge des Rechenguts 2017 schon bei 18 Tonnen.

Die Gründe für den Anstieg sind einerseits technische Optimierungen. Feinere Rechen zum Beispiel holen mehr Abfall heraus. Andererseits kann ein verändertes Verbraucherverhalten ebenfalls ein Grund sein. Hier möchten die Gemeindewerke ansetzen, denn letztlich kostet die Entsorgung des Rechenguts Geld, das über die Gebühren auf die Bürgerinnen und Bürger umgelegt wird.

In der Toilette unsachgemäß entsorgte Abfälle bilden sogenannte reißfeste Zöpfe, hier an einer Abwasserpumpe der Kläranlage.