Miles Dunkel holt dritten Weltmeister-Titel im Modellflug

Man könnte meinen, langsam wird es langweilig.

Zum dritten Mal wurde Anfang des Monats Miles Dunkel (26) Weltmeister mit seinem Modellhubschrauber im Speedfliegen – also dem Geschwindigkeitsfliegen. Auf der Teststrecke war er rund 50 Stundenkilometer schneller als der Zweitplatzierte, der seinerseits lediglich 2 km/h Vorsprung auf den Drittplatzierten hatte. Die errechnete Durchschnittgsgeschwindigkeit betrug ca. 320 Stundenkilometer.

Der Maschinenbauingenieur wurde als Jugendlicher mit dem Virus der Modellfliegerei angesteckt, kein Wunder, denn auch Vater Peter und Großvater Herbert Menzel waren begeisterte Modellflieger.

Doch von den heutigen Möglichkeiten konnten sie nur träumen: Der früher übliche Pultsender musste dem Handsender weichen, bürstenlose Motoren haben keinen Verschleiß und bringen eine höhere Leistung. Seitdem sind deutlich höhere Geschwindigkeiten möglich und Figuren, die manntragende Fluggeräte nicht fliegen können.

Zusammen mit seinem Vater und zwei Piloten des Modellherstellers aus Kassel machte sich Dunkel Anfang des Monats auf den Weg nach Muncie, einer Stadt mit rund 70.000 Einwohnern im US-Bundesstaat Indiana, rund 265 km südöstlich von Chicago. Auf dem Gelände der Academy of Modell Aeronautics (AMA) befinden sich fünf Modellflugplätze, auf denen parallel geflogen werden kann. Dunkel musste in seiner Disziplin gegen etwa zwei Dutzend Konkurrenten antreten, die eine rund 200 Meter lange Strecke in möglichst kurzer zeit zurücklegen mussten.

Die Geschwindigkeit wird dabei von einer Spezialkamera ermittelt, die Ergebnisse der vier Überflüge (jeweils zwei mit dem Wind und zwei dagegen) addiert und ein Mittelwert daraus errechnet. „Besonders wichtig ist ein sauberer Einflug, damit keine Korrekturen nötig sind“, erzählt der Weltmeister. Denn solche Korrekturen kosten schließlich Geschwindigkeit.

Mit seinem knapp sechs Kilogramm schweren und 1,45 Meter langen Hubschrauber flog Miles Dunkel seiner Konkurrenz im wahrsten Sinn davon. Der 14 kW starke Motor trägt den Namen des nun dreimaligen Weltmeisters, schließlich hat er ihn auch selber gewickelt.

Zum Modellhubschrauberfliegen ist Miles Dunkel vor zehn Jahren gekommen, nachdem er mit den Flugzeugen alle Möglichkeiten erschöpft hatte. „Mit einem Helikopter hat man einfach mehr Möglichkeiten, erzählt der dreifache Weltmeister vom Beginn seiner Karriere.

In der zweiten Disziplin, dem Kunstflug, erreichte der Ingenieur den fünften Rang. Darauf ist er aber nicht weniger stolz als auf seinen Weltmeistertitel, denn die Asiaten vor ihm in der Rangliste ist ausnahmslos Profis und haben so genügend Zeit, den ganzen Tag zu üben.

Jugendarbeit wird beim Modellflugverein Condor Herzebrock seit vielen Jahren groß geschrieben. So wird jeden Dienstag ein freies Fliegen mit Anleitung ab 15 Uhr angeboten, bei dem Interessierte Jugendliche selber mit einem Modellflugzeug auf dem Vereinsgelände an der Oelder Straße fliegen können.

Bei dem Lehrer-Schüler-Fliegen steht den Interessierten ein erfahrener Modellflieger zur Seite, der kurz vor einem möglichen Totalschaden selber mit seiner Fernbedienung eingreifen und Schlimmeres verhindern kann.

Bild und Text: Andreas Eickhoff