120 Jahre Löschzug Quenhorn

Foto: Ein Foto aus den ersten Jahren des Löschzugs Quenhorn.

In diesem Jahr feiert der Löschzug Quenhorn der Freiwilligen Feuerwehr Herzebrock-Clarholz sein 120-jähriges Jubiläum. Gefeiert wird am 10. November 2018 ab 19:30 Uhr mit einem „Spritzenball“ im Landgasthaus Heitmann.

Der Löschzug Quenhorn besteht aktuell aus 27 aktiven Kameraden und sie suchen auch immer Nachwuchs. Bei Interesse nehmt gerne Kontakt auf.

120 Jahre ist für uns ein Grund Euch die Chronik vom Löschzug Quenhorn und den dazugehörigen Gerätehäusern vorzustellen.

Chronik Löschzug Quenhorn

Im Jahre 1898 trafen sich Eingesessene Bürger aus den Bauernschaften Quenhorn, Groppel und Pixel, um eine freiwillige Feuerwehr zu gründen. Um den Löschzugführer Joseph Flamme waren Anton Grawe, Heinrich Rottmann, Kasper Kintrup, Bernhard Brand, Heinrich Toppmöller, Christoph Pomberg und Christoph Venherm Männer der ersten Stunde.

Die Ausrüstung war in den ersten Jahren  recht spärlich. So gehörten zur Ausrüstung nur ein Paar Hanfeimer und Feuerhaken. Die erste Pferdespritze wurde 1900 gekauft und erfüllte ihre Dienste bis 1932.

Unter den zweiten Löschzugführer Kasper Kintrup wurden 1933 eine gebrauchte Pferdespritze aus Lippstadt angeschafft. Dem folgte 1946 ein gebrauchter Spritzenanhänger mit einer TS 8. Dieser wurde gezogen von einem Holzvergaser LKW von der Firma Greweling. 1952 wurde dieser durch einen gebrauchten Mercedes PKW ersetzt, dem man bei einer Autoversteigerung in Münster erwarb. Die Kosten teilten sich die Gemeinde und der Löschzug.

Unter den dritten Löschzugführer Erich Greweling wurde 1957 ein VW Bulli vom Schrott gekauft und in Eigenleistung wieder instand gesetzt. Dem folgte 1962 unser erstes Neufahrzeug. Es war ein Ford Transit TSF das bei uns treue Dienste bis 1992 leistete.

Unsere letzten Fahrzeuge wurden unter den Löschzugführer Joseph Birwe angeschafft. Das waren 1980 ein TLF 8/18 Unimog, 1992 ein Anhänger zur Oelbekämpfung aus Eigenmitteln und 1993 unser Löschgruppenfahrzeug LF8/6.

So wie unsere Ausrüstung änderte sich auch die Unterbringung der Gerätschaften. Bis 1905 wurden die Gerätschaften beim Bauern Claas untergestellt. 1905 wurde das Spritzenhaus Ecke Udenbrink/ Groppeler Straße erbaut, was seine Dienste bis 1952 erfüllte. Von 1952 bis 1968 wurden die Fahrzeuge an der Brocker Mühle untergestellt. Am 18. September 1968 wurde der Grundstein für unser heutiges Gerätehaus an der Pixeler Straße gelegt. Dieses wurde 1980 zum ersten mal in Eigenleistung und Eigenmittel erweitert. Dem folgte 1992 die zweite Erweiterung mit dem Dachausbau, wo ein Schulungsraum entstand, und der zweiten Fahrzeugbox. 1995 wurden die Parkplätze am Gerätehaus errichtet. Auch diese Um- und Neubauten wurden zu größten Teilen in Eigenleistung geschaffen.

In den vergangenen 120 Jahren hatte der Löschzug Quenhorn zahlreiche Großbrände im Löschbezirk. Dieses waren unter anderen die Möbelfabrik Gebrüder Greweling die allein 3 mal abbrannte, die Stallungen und das alte Wohnhaus unseres Kammeraden Johannes Brüser, was bis auf die Grundmauern niederbrannte und die Wirtschaftsgebäude unseres Kameraden Theo Gnegel, wo in den Flammen der Schweinebestand vernichtet wurde.

Die Vielzahl unserer Einsätze sind jedoch Hilfeleistungen nach Verkehrsunfällen und Oelbekämpfungen. Ein großer Einsatz dieser Art hatten wir am 30. September 1991. Ein Harrier war über die Start- und Landebahn hinausgeschossen und in die Ems gestürzt. In über 700 Einsatzstunden brauchten wir knapp eine Tonne Oelbindemittel auf der Ems, bis dass der Harrier wieder geborgen war.

Des Weiteren liegt ja einer der Unfallschwerpunkte der Gemeinde an der Gütersloher Straße im direkten Versorgungsgebiet des Löschzuges Quenhorn.

Die Alarmierung erfolgte bis 1970 durch Brandhörner und Telefon. Ab 1970 erfolgte die Alarmierung durch Sirenen und 1987 bekamen wir die ersten Taschenmelder. Heute findet die Alarmierung digital statt, zum Teil auch zusätzlich über Smartphones.

Aktuell befindet sich der Neubau des neuen Feuerwehrgerätehaus neben der alten Grundschule St. Michael am Udenbrink in der Planungsphase. Auf einer Gesamtfläche von ca. 4.000 qm investiert die Gemeinde Herzebrock-Clarholz in den Löschzug Quenhorn.

Aber nicht nur zur Brandbekämpfung trafen sich die Kameraden. Das erste Feuerwehrfest feierten wir 1927 an der Brocker Mühle, wozu sich innerhalb des Löschzuges ein Spielmannszug gründete, der sich aber in den Wirren des Krieges 1945 auflöste.

In all den Jahren trafen sich die Kameraden uneigennützig, ob beim Übungsdienst, Feuersbrunst oder sonstige Notlagen getreu dem Motto, „Gott zu Ehr, dem nächsten zur Wehr“.

Die Löschzugführer seit 1898:

  • Joseph Flamme – 1898 – 1925
  • Kasper Kintrup – 1925 – 1955
  • Erich Greweling – 1955 – 1974
  • Joseph Birwe – 1974 – 1994
  • Norbert Kintrup – 1994 – 2009
  • Alfred Wördemann – 2009 – Heute

Gerätehäuser:

  • Bis 1905 wurde die Pferdespritze beim Bauern Claas untergestellt.
  • 1905 wurde das Spritzenhaus Ecke Udenbrink-Groppelerstr gebaut. (Abgerissen 1968)
  • Von 1952 – 1968 wurden die Fahrzeuge an der Brocker-Mühle untergestellt.
  • 1968 Neubau Gerätehaus Quenhorn, Pixelerstr. 15 Grundsteinlegung.
  • 1980 Erweiterung aus Eigenmittel
  • 1992 Erweiterung und Dachausbau mit Schulungsraum und zweiten Fahrzeugstellplatz
  • 1995 Parkplatz in Eigenleistung erstellt
  • 2009 Erweiterung dritter Fahrzeugstellplatz
  • Keine Erweiterungsmöglichkeit mehr.
  • Ab 2017 Planungsphase für Neubau Gerätehaus Michael-Schule