Baumbestattungen und pflegeleichte Grabarten

Baumbestattungen und pflegeleichte Grabarten: Führung über den Herzebrocker Friedhof zeigt neue Perspektiven.

Jahrzehntealte traditionelle Bestattungsformen treten immer mehr in den Hintergrund. Diese Entwicklung vollzieht sich seit etwa zwanzig Jahren. „Im Herzebrocker Begräbniswald finden jährlich ähnlich viele Beisetzungen statt wie Sarg- und Urnenbestattungen auf dem Kommunalfriedhof“, weiß Karl-Hermann Schlepphorst, Fachbereichsleiter für Planen, Bauen und Umwelt anlässlich der letzten Friedhofsführung zu berichten.

Die Friedhofsverwaltung reagiert mit einem umfangreichen Angebot verschiedener Grabarten auf den Wandel in der Bestattungskultur. So versucht man, die Struktur und das Gesamtbild des Herzebrocker Friedhofs auch in Zukunft zu wahren. Besonderes Augenmerk richtet die Friedhofsführung auch auf die neuen Bestattungsmöglichkeiten. Neben pflegefreien Urnengemeinschaftsgrabanlagen und den jüngst eingeführten pflegevereinfachten Erdbestattungen weist Schlepphorst auch auf die Möglichkeit der Baumbestattung hin. Diese Möglichkeit besteht auf dem Kommunalfriedhof beispielsweise in einem mit alten Rotbuchen bestandenen Baumhain. Die Friedhofsverwaltung gibt hierzu gern nähere Auskunft.

Die Friedhofsentwicklungsplanung im Jahr 2017 hat zwar prognostiziert, dass langfristig etwa ein Drittel der heutigen knapp vier Hektar großen Friedhofsfläche nicht mehr benötigt wird, doch aufgrund der Ruhe- und Nutzungszeiten wird der Friedhof in seiner jetzigen Form und Größe noch viele Jahrzehnte Bestand haben. „Der Friedhof sollte deshalb auch einen Platz mitten im Leben der Gemeinde haben, er sollte als zentraler sozialer und kultureller Raum genutzt und gefördert werden“, erklärt Schlepphorst.

So wird bei einem Rundgang auch auf die historische Entwicklung des Friedhofs und auf den Erhalt alter Grabmale hingewiesen, die mit Bezug auf verstorbene Bürger konkrete Ortsgeschichte „erzählen“. Kriegsgräber und die Gräber der Zwangsarbeiter sind darüber hinaus gerade in heutiger Zeit auch aktuelle Mahnmale. Um den Friedhof nicht nur als letzte Ruhestätte, sondern darüber hinaus weiter in das Bewusstsein der Herzebrock-Clarholzer zu rücken, plant die Gemeindeverwaltung weitere Führungen im nächsten Jahr.

Sandra Pelkmann von der Friedhofsverwaltung gibt im Rathaus in Zimmer 118, unter der Telefonnummer 05245/444-196 oder per E-Mail sandra.pelkmann@gt-net.de gern weitere Informationen