Leserbrief: „Was hat der Klimagipfel in Kattowitz mit der B64n zu tun?“

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Leserbrief von Cornelia Ertmer, Herzebrock.

Was hat der Klimagipfel in Kattowitz mit der B64n zu tun?

Nichts, könnte man denken. Da geht es vor allem um das globale Problem der Erderwärmung. Ziel soll und muss eine Verringerung des CO² Ausstoßes sein. CO² ist maßgeblich beteiligt an der Erwärmung der Erde. Wer Nachrichten schaut oder Zeitung liest, dem ist vielleicht aufgefallen, dass das Thema Klimawandel seit einigen Monaten einen immer größeren Raum einnimmt. Vom steigenden Meeresspiegel ist die Rede, von Dürre und Überschwemmungen, von Stürmen und deren zunehmender Heftigkeit.

Global ist aber auch bei uns, vor der Haustür. Und so kommt die geplante B64n ins Spiel.

Jenseits aller persönlichen Betroffenheiten, dem Wunsch nach zügigem Fahren oder mehr Sicherheit für Fußgänger, der Verschandelung der Landschaft, dem erhöhten Bodenverbrauch, der Luft- und Lärmbelastung bleibt immer noch die Frage:

Wo wollen wir hin? Was für eine Welt wollen wir? Nicht nur für uns, sondern für unsere Kinder, unsere Enkelkinder.

Ganz konkret, in Herzebrock, in Clarholz. Haben Sie sich schon mal gefragt, wie oft sie das Auto benutzen, für welche Wege Sie es einsetzen?

Haben Sie schon mal daran gedacht, statt mit dem Auto zu fahren, zu Fuß zu gehen, das Fahrrad zu nehmen, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen?

Haben Sie schon einmal nachgerechnet, wie oft sie etwas im Internet bestellen? Wissen Sie, wie viele LKW pro Tag unterwegs sind, um die zig Millionen Pakete zu transportieren?

Die Liste ließe sich endlos verlängern.

Die Adventszeit sollte, so ist eigentlich der Brauch, eine Zeit der Besinnung sein, der Besinnung auf das Wesentliche. Viele Bequemlichkeiten sind uns lieb geworden. Vielleicht sollten wir die ein oder andere ablegen. Wenn jeder bei sich anfängt, sind wir plötzlich ganz viele. Viele können viel bewegen, sogar ein Umdenken.

Möglicherweise brauchen wir die B64n nicht mehr? Weil die Argumente, die für einen Bau sprechen, hinfällig geworden sind?

Klar, politisch bleibt viel zu tun: Der Ausbau des ÖPNV, die Erweiterung des Radwegenetzes, die Organisation von Mitfahrgelegenheiten u.v.m. Das umzusetzen sollten wir auch von unseren politischen Vertreter*inne*n im Gemeinderat fordern.

Global denken, lokal handeln! Machen Sie mit!

 

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