NIDApad: Der digitale Helfer für Rettungsdienste

Die Notfallsanitäter Phil Beermann und Stefan Janus haben die Administration der digitalen Datenerfassung mit den NIDApads übernommen. Foto: Kreis Gütersloh

NIDApad: Der digitale Helfer für Rettungsdienste, denn Digitale Datenerfassung ermöglicht verbesserte Notfallversorgung und Datenauswertung.

Ein neuer technischer Helfer begleitet die Rettungsdienste der Städte Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück sowie des Kreises Gütersloh bei ihren Einsätzen. Der Tablet-PC ‚NIDApad‘ löst Kugelschreiber und Papier ab und bereitet damit den händisch geschriebenen Protokollen ein Ende.

Bereits beim Notruf, der Einsatzeröffnung, nehmen die Tablets ihren Dienst auf. Die in der Leitstelle erfassten Erstinformationen werden den Rettungskräften in Echtzeit auf den mobilen Geräten zur Verfügung gestellt, um sie auf den Einsatz vorzubereiten. Einsatzort, Patientendaten, wie Angaben zu Verletzungen oder zum Krankheitsbild – die Aufnahme der Personalien und einsatzbezogener Daten legen die Grundlage für die medizinische Versorgung und die weitere Behandlung des Patienten.

Einfach zu bedienen, können die digitalen Protokolle nun mit der neuen Technik schnell ausgefüllt werden. Das spart nicht nur Zeit, sondern sorgt auch für eine bessere Lesbarkeit der Eingaben. Einige medizinische Messgeräte sind bereits in der Lage, Untersuchungsergebnisse automatisch in das digitale Rettungsdienstprotokoll zu übertragen. „Damit werden in kürzester Zeit umfangreiche Informationen zusammengetragen, die unter Umständen lebensrettend sein können“, erklärt Stefan Janus, Notfallsanitäter beim Kreis Gütersloh. Gemeinsam mit seinem Kollegen Phil Beermann hat er die Administration der mobilen Datenerfassung übernommen.

Das Gerät speichert die Daten nicht nur zentral auf einem Server, sondern sendet sie bei Bedarf vor allem auch an die aufnehmenden Krankenhäuser. „Auf diese Weise bekommen auch die Krankenhäuser Zugriff auf die Einsatzdaten und können die weitere Behandlung schon vor Eintreffen des Rettungswagens planen und koordinieren“, hebt Beermann hervor. Das St. Elisabeth Hospital in Gütersloh sowie das Klinikum Gütersloh arbeiten bereits mit dieser Technik.

In den Rettungswagen gibt es spezielle Halterungen für die Tablets sowie einen Drucker, mit denen Protokolle direkt ausgedruckt werden können. Mit den neuen Geräten können auch Fotos gemacht werden, die gegebenenfalls die Verletzungen oder Unfallstellen dokumentieren und so das Rettungsdienstprotokoll um wertvolle Details ergänzen. Außerdem können notwendige Arbeitsabläufe für den Einsatz, wie zum Beispiel medizinische Algorithmen, und Handlungsanweisungen auf dem Pad hinterlegt werden.

Mit der mobilen Datenerfassung wird zugleich ein wichtiger Fortschritt im Bereich des Qualitätsmanagements im Rettungsdienst erreicht. Denn sie ermöglicht eine genauere Auswertung der gesamten einsatzrelevanten und medizinischen Daten.

Insgesamt befinden sich bereits 50 Tablets der Firma medDV kreisweit im Einsatz. Für den Erwerb der Soft- und Hardware haben sich die Kreise Gütersloh, Lippe und Paderborn sowie die Städte Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück und Detmold zusammengeschlossen. So sei auch eine kreisübergreifende Vernetzung der Notfallmedizinischen Versorgung garantiert.

Zum Thema: Digitale Datenerfassung im Rettungsdienst
Das Projekt zur digitalen Datenerfassung im Rettungsdienst startete bereits im Herbst 2015. Da es jedoch technische Probleme bei der Umsetzung gab und deren Behebung aufwändig war, verzögerte sich die Einführung der Tablet-PCs. Nun sind alle drei Träger im Kreisgebiet mit den Geräten ausgestattet und das System ist in Betrieb.