Kompromiss für den Ersatzbau der Obdachlosenu​nterkunft

Errichtung eines Ersatzbaus als Unterkunft für Obdachlose mit Kompromiss an der Möhler Strasse beschlossen.

Die Anwohner haben in der vergangenen Woche auf unterschiedlichen Wegen ihre Sorgen und Bedenken vorgetragen. Auf diese ging Bürgermeister Marco Diethelm in der Ratssitzung in der Aula der Wilbrandschule am gestrigen Abend ein, bei dem eine Vielzahl von Anliegern anwesend waren.

Ein Bürger erfragte, wie der Kreis der zu Informierenden definiert wurde. Auch wurde vorab kritisiert, dass das Vorhaben zu kurzfristig kommuniziert wurde.

Herr Diethelm erläuterte, dass die Informationen generell öffentlich sind, man jedoch die direkt betroffenen Anwohner, vorab informieren wollte. Man habe über die Abgrenzung der direkt betroffenen Anwohner intern kontrovers diskutiert und sich der vom Kreis Gütersloh üblichen Definition direkter Betroffenen angelehnt. Die Verärgerung kann man verstehen, jedoch zeigen auch die Unterschriften, dass sich auch weit entfernt wohnende Bürgerinnen und Bürger betroffen fühlen. Die Kurzfristigkeit ist die in der Gemeindeordnung und Gemeindesatzung vorgegebene Ladungsfrist. Das Vorgehen ist im Haupt- und Finanzausschuss einstimmig beschlossen worden.

Während der Anliegerversammlung wurden auch Probleme mit anderen Häusern kommuniziert. Diese seien mit Werksvertragsarbeitern belegt. Man werde sich mit diesem Thema in den nächsten Sitzungen beschäftigen. Man müsse sowohl fördern als auch fordern.

Die Anlieger bemängelten, dass eine Konzentration mit möglichen 42 Personen auf dem Eckgrundstück zu groß wäre. Die Verwaltung bot hierzu den Kompromiss an, auch dauerhaft nur 2 Gebäuden mit insgesamt 4 Wohneinheiten auf dem Grundstück zu erbauen, wodurch nur maximal 28 Personen in den Wohnungen zu unterbringen wären. Dies würde auch Variationen der Platzierung der Gebäude auf dem Grundstück ermöglichen. Des Weiteren würde die Gemeinde darauf achten, dass eine vernünftige Umfriedung des Geländes erfolgen wird und genug Fahrradstellplätze vorhanden sein werden.

Der Rat der Gemeinde Herzebrock-Clarholz beschloss gestern Abend mit einer Enthaltung das Gebäude an der Gütersloher Str. 94 nicht zu renovieren oder neu zu bebauen. Vor der Abstimmung fragte Marco Diethelm noch nach Alternativvorschlägen zu dem genannten Standort, es wurden jedoch keine durch die Anwesenden vorgebracht.

Darauf hin hat der Rat ebenfalls beschlossen einen Übergangswohnheim/ Obdachlosenunterkunft mit vier Wohneinheiten auf dem Eckgrundstück Möhlerstraße/ Dieselstraße zu planen. Der Beschluss wurde mit 4 Gegenstimmen und 1 Enthaltung angenommen.

Der nächste Schritt ist nun die Beauftragung eines Architektenbüros mit der Detailplanung der Objekte. Mit dieser Detailplanung würde die Gemeinde dann auf die direkten Nachbarn zugehen und zur Verfügung stellen, um dann eventuelle Verbesserungen zu besprechen. Anschließend werden sich die entsprechenden Ausschüsse erneut mit der Thematik beschäftigen.