B64n: Erste Gespräche zeigen hohen Bedarf an aktuellen Informationen

Bild: Straßen.NRW

B51/B64: „4zu1“ Ostmünsterland-Verbindung: Vorbereitung der Bürgerveranstaltungen zur Ostmünsterland-Verbindung „4zu1“ gestartet.

Am vergangenen Donnerstag und Freitag wurden erste Gespräche in Münster und Telgte zum geplanten Ausbau der B51 sowie zur Ortsumgehung in Warendorf (B64) geführt. Mit dabei in dieser ersten Runde waren die Bezirksbürgermeisterin Münster-Ost und die Bürgermeister aus Telgte und Warendorf, die Fraktionen, Landwirte und einige Anlieger und Anwohner. Auch die Bürgerinitiative aus Telgte nahm an den Gesprächen teil. Die Warendorfer Bürgerinitiativen sagten hingegen ab, schließen aber eine spätere Teilnahme nicht aus.

Sowohl für den B51-Ausbau zwischen Münster und Telgte als auch für die B64-Ortsumfahrung in Warendorf zeigte sich ein hoher Bedarf an aktuellen Informationen. Konkret werden Zahlen zum Flächenverbrauch sowie zur Verkehrsprognose erwartet. Insbesondere kritisch eingestellte Gruppen wünschen sich eine Klärung, ob und wenn ja, wie eine solche Maßnahme noch gestoppt werden kann und welche Handlungsspielräume bestehen. In diesem Zusammenhang stellte sich auch die Frage, welche Vorteile das Projekt 4zu1 mit sich bringt und ob diese die notwendigen Eingriffe rechtfertigen. „Die Frage nach den konkreten Handlungsspielräumen wird sicher am Anfang einer Dialogveranstaltung stehen müssen“, betont deshalb Dr. Antje Grobe von DIALOG BASIS, die mit ihrem Team von neutraler Seite aus die Gespräche führt.

In den Gesprächen kristallisierten sich bereits erste konkrete Themenfelder heraus: Für den Ausbau des B51-Abschnitts zwischen Münster und Telgte ist der landwirtschaftliche Verkehr ein zentrales Thema. Hier bestehen vielfältige Fragen rund um das Wirtschaftswegenetz und wichtige Wegebeziehungen für die Landwirtschaft z.B. zur Raiffeisen Niederlassung. Gleichzeitig wird der Naturschutz und konkret die Ausgestaltung von Ausgleichsmaßnahmen thematisiert. Von vielen Seiten wird außerdem der Ausbau von Velorouten sowie die Auswirkungen auf den Bahn- und Busverkehr zwischen Münster und Telgte angesprochen.

Bei den Akteuren in Warendorf sind die Auswirkungen der Ortsumfahrung auf den innerstädtischen Verkehr ein zentrales Thema. Viele Gesprächsteilnehmer diskutierten die Lage von notwendigen Querungsmöglichkeiten z.B. für die Radfahrer, aber auch für die Landwirte. Hauptthema in Warendorf ist aber unzweifelhaft die Ausgestaltung der Ortsumfahrung und der zugehörigen Auf- und Abfahrten.

Für die B64-Ortsumfahrungen in Beelen und Herzebrock-Clarholz wurden die nächsten Gespräche für den 23. und 24. Mai vereinbart.

Alle Infos zur Orstumgehung Herzebrock-Clarholz findet Ihr hier.

Zum Hintergrund:

Der Bundesfernstraßenbedarfsplan 2030 sieht vor, die Bundesstraßen B51 und B64 aus- beziehungsweise neuzubauen, um den wachsenden verkehrlichen Anforderungen auf der Strecke gerecht zu werden. Das Projekt ist im vordringlichen Bedarf eingeordnet. Ziel ist es unter anderem, die Ortsdurchfahrten zu entlasten, eine bessere Steuerung des Verkehrs in den Kommunen zu ermöglichen und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Region insgesamt zu stärken. Bereits seit Jahrzehnten setzen sich die Regionen Münsterland und Ostwestfalen für eine leistungsfähige Ost-West-Verbindung zwischen der A1/A43 und der A2 ein. Einen hohen Stellenwert haben dabei die Bundestraßen B51 und B64, da sie eine Verbindung zwischen den benachbarten Oberzentren Münster und Bielefeld herstellen. Die Strecke wird von vielen Pendlern genutzt und ist derzeit zu den Spitzenzeiten stark überlastet.

Das Gesamtvorhaben gliedert sich in vier Teilabschnitte: Beim Ausbau der B51 handelt es sich um den ersten Abschnitt zwischen Münster und Telgte. Hier ist ein vierspuriger Ausbau in Planung. Die drei weiteren Abschnitte verlaufen entlang der B64. Diese führt bislang durch die Ortskerne der Kommunen Warendorf, Beelen und Herzebrock-Clarholz. Die Ortskerne leiden unter einer hohen Verkehrsbelastung. Um die verkehrliche Situation insgesamt zu verbessern, sind Ortsumfahrungen geplant.

Der vierspurige Ausbau der B51 zwischen Münster und Telgte wird für einen reibungsloseren Verkehrsfluss auf dem Abschnitt sorgen. Die Ortsumfahrung für Warendorf führt zu einer deutlichen Steigerung der Verkehrssicherheit und wird durch drei Fahrstreifen (alternierende Überholfahrstreifen in beide Richtungen) auf ca. 40 Prozent der Strecke gesicherte Überholmöglichkeiten schaffen. Die Planungen von Straßen.NRW sehen weiter vor, dass mit der Ortsumgehung in Beelen zukünftig etwa die Hälfte des PKW-Verkehrs und über 80 Prozent des Schwerlastverkehrs um den Ortskern herum anstatt hindurch geführt wird. Der Teilabschnitt Herzebrock-Clarholz bringt ebenfalls ähnliche Entlastungen für den Ortskern wie die geplante Umgehung um den Nachbarort Beelen. Auch für diese Umgehungsstraßen ist der dreistreifige Querschnitt vorgesehen. Diese vier Projekte bilden die Ostmünsterland-Verbindung.

Mehr zum Thema: www.4zu1.nrw.de