Entscheidung zum Thema Sanierung oder Neubau des Rathauses verschoben

Sanierung Rathaus - Kleine Variante (ohne Ratssaal). Zeichnung: werk 9 architekten + ingenieure gmbH

Der Haupt- und Finanzausschuss hat in der letzten Sitzung am 18. Juni beschlossen, das Thema „Sanierung oder Neubau des Rathauses“ noch mal in den Fraktionen zu beraten. Die Verwaltung wurde einstimmig beauftragt, die Sanierung bzw. einen Neubau so zu planen, dass ein Ratssaal aktuell nicht gebaut werde, aber zukünftig angebaut werden könnte. Es soll nun erst ein Raumprogramm erstellt und weitere Daten gesammelt werden.

In der Sitzung stellte die Verwaltung den Bedarf einer kurzfristig notwendigen Sanierung dar, es müsse die EDV-Verkabelung, die Fenster und die Fassade saniert werden, die Kosten der Sanierung würden sich auf 2 bis 3 Mio. Euro belaufen. Diese Sanierungsmaßnahmen würden schon seit 10 Jahren diskutiert und mittlerweile gäbe es schon Probleme des täglichen Arbeitens mit der EDV und das Klima läge außerhalb der durch Arbeitsschutzrichtlinien vorgegeben zulässigen Temperaturen, hinzu käme nun auch noch ein konkreter Raummangel.

Ein Architektenbüro überprüfte bereits der Sanierungsfähigkeit des Rathausgebäudes. Dazu wurden unter anderem der vorhandene Brandschutz, die Statik des Gebäudes, Schadstoffvorkommen und die räumliche Situation begutachtet. Als Ergebnis der Prüfung kann festgestellt werden, dass eine Sanierung des Bestandsgebäudes unter Berücksichtigung des zusätzlichen Raumbedarfes sowohl technisch als auch wirtschaftlich möglich sei.

In einem zweiten Schritt wurden zur Kostenabschätzung zwei Sanierungs-Konzepte auf der Grundlage des Raumprogramms mit und ohne Ratssaal erarbeitet und diese mit den Kosten für einen Neubau verglichen. Hierbei handelte es sich bisher nur um grobe Vorüberlegungen, wie eine Rathaus-Sanierung bzw. ein Rathaus-Neubau auf dem vorhandenen Grundstück umgesetzt werden könnte.

Der reinen Sanierung von den geschätzten 3 Mio. steht eine Sanierung mit Erweiterung in der kleinen Variante (ohne Ratssaal) von ca. 5,9 Mio Euro oder der Neubau der kleinen Variante (ohne Ratssaal) in Höhe von ca. 7,6 Mio Euro gegenüber.

Hier könnt Ihr die komplette Bewertung des Architekturbüros bezüglich der Sanierungsfähigkeit des Rathauses und die geplanten Varianten inklusive Skizzen und Kosten nachlesen: Rathaus Renoviereung

Die UWG-Fraktion wies schon im Vorfeld der Sitzung am Dienstag auf die aktuelle Schuldensituation der Gemeinde hin und fragte, ob die Bürger der Gemeinde sich einen Neubau mit den genannten Kosten leisten wollen. Eine zwingende notwendige Sanierung würde die UWG nach weiteren Diskussionen jedoch mittragen. Wenn es nach der UWG geht, sollen erst die Vielzahl anderer Großprojekte der Gemeinde fertig gestellt werden.

Die CDU-Fraktion sieht in der aktuellen Schuldensituation der Gemeinde ebenfalls wenig Spielräume,weswegen sie den Bau eines Ratssaal zum aktuellen Zeitpunkt ebenfalls nicht sehen würden. Die Sanierung des Rathauses soll sachgerecht und funktional ausgeführt werden. Um die Diskussion in den Ausschüssen und in den Fraktionen zu erleichtern wünscht sich die CDU-Fraktion noch mehr Kennzahlen und Daten. Die Gefahr bei einer Sanierung gegenüber einem Neubau sei, dass die Kosten in der Vergangenheit bei Sanierungen erheblich höher ausfallen können, als wie geplant.

Es steht nun also eine Erstellung eines Raumprogrammes an, um dann anhand der gewonnen Daten die Sanierung oder den Neubau zu diskutieren. Hierbei handelt es sich noch über einen langwierigen Prozess, der den Kolleginnen und Kollegen im Rathaus, so Marco Diethelm, schon mal ein gutes Signal sendet.