Gästeführerausbildung in Herzebrock-Clarholz erfolgreich beendet

Erste Gästeführerausbildung in Herzebrock-Clarholz erfolgreich beendet: Elf Zertifikate im Rathaus übergeben.

Alle neun Frauen und zwei Männer, die im September 2018 die Ausbildung zum Gästeführer in Herzebrock-Clarholz begonnen haben, konnten nach bestandener Prüfung jetzt ihr Zertifikat in Empfang nehmen. Erstmals hatte die Gemeinde diesen umfangreichen Kurs in Kooperation mit der Volkshochschule Reckenberg-Ems (VHS) angeboten. „Ein voller Erfolg!“ finden alle Beteiligten.

In über 60 Unterrichtstunden, an 28 Tagen, meistens mittwochabends, dreimal auch in Tagesseminaren am Wochenende haben sich die künftigen Gästeführer ein breitgefächertes Wissen angeeignet. Der Gemeindearchivar Eckard Möller und Anja Valentien, im Rathaus für Marketing und Tourismus zuständig, standen den Teilnehmern dabei mit Rat und Tat zur Seite.

Informationen zur Geschichte der Klöster in beiden Ortsteilen, dem Heimatmuseum Herzebrock, dem Museum in der Kellnerei in Clarholz sowie dem Caspar-von-Zumbusch-Museum wurden direkt vor Ort vermittelt. Es gab zudem Führungen in den Kirchen St. Christina, St. Laurentius und durch die Klostergärten. Mit dem Besuch der Kirche St. Vitus in Lette sowie einer Exkursion nach Rheda schauten die Teilnehmer auch über den geographischen Rand der Gemeinde hinaus. Auch die städtebauliche Entwicklung, die Evangelische Gemeinde, Denkmalschutz und Landwirtschaftsgeschichte standen auf dem Programm. Methodik und Didaktik, Rhetorik und Umgang mit schwierigen Gästen sowie Grundlagen in rechtlichen Angelegenheiten und Erster Hilfe wurden darüber hinaus in Theorie und Praxis vermittelt.

Auch die Reihe der Referentinnen und Referenten war beeindruckend. Neben den Fachleuten aus Herzebrock-Clarholz wie Eckhard Möller, Karl-Heinz Buddenborg, der die beiden Museen in Herzebrock betreut, Karl-Hermann Schlepphorst als Fachbereichsleiter des Bauamts und zugleich Mitglied des Herzebrocker Heimatvereins, Bildhauer Hans Bernhard Vielstädte, Gottfried Pavenstädt vom Freundeskreis Propsteiverein Clarholz, Reinhard Nordhorn von den Maltesern sowie Bürgermeister Marco Diethelm und Anja Valentien aus dem Rathaus, bereicherten hochkarätige externe Dozenten die Ausbildungsreihe.

Dr. Rüdiger Krüger, Leiter der VHS, begeisterte gleich zu Beginn mit einem Ritt durch die Zeitgeschichte, Eva Bruno verriet Tricks und Kniffe zu Methodik und Didaktik von Gästeführungen, der Journalist Gisbert Strotdrees gab sein Wissen zur Landwirtschaftsgeschichte weiter, Prof. Dr. Johannes Meier vermittelte umfangreich die Zusammenhänge der Klostergeschichte Clarholz, Reinhard Feldmann informierte über historische Bücher und zur Sammlung Wilbrand, Werner Stock zu Methodik und zur Straßenverkehrsordnung.

„Tolle Leistung der Absolventen. Nur mit großer Motivation und Wissbegierde ist ein solches Pensum zu schaffen. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit diesen engagierten und sympathischen Persönlichkeiten in Zukunft Gästen wie Einheimischen die Geschichte und Geschichten der Gemeinde noch näherbringen können“, freut sich Bürgermeister Marco Diethelm.

Die 120 Euro Kursgebühr wird bei der Bereitschaft, die ersten fünf Führungen ehrenamtlich zu durchzuführen, von der Gemeinde erstattet.

Derzeit fragen unterschiedlichste Gruppen aus dem meist regionalen Umkreis jährlich bis zu 50 Führungen in Herzebrock-Clarholz an. In der Regel interessieren sich die Vereine, Familien, Betriebe oder „goldene Kommunionskinder“ für die Klosteranlagen und Museen sowie mitunter gezielt für einzelne Unternehmen.

Die VHS hatte die Idee der Verwaltung, den Kreis der örtlichen Gästeführer mit einem Kurs zu erweitern, im letzten Jahr begeistert aufgegriffen. „Bildung und Geschichte zeitgemäß aufbereitet, das ist genau unser Auftrag“ bekräftigt der Leiter der VHS, Dr. Rüdiger Krüger. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ein ausgesprochen intensives und detailreiches Format. Von der Wissbegier und der Leidenschaft der Teilnehmer konnte ich mich zu Anfang des Kurses bereits überzeugen.“ Die VHS-Fachbereichsleiterin für Politik, Gesellschaft und Umwelt, Claudia Kukulenz, war bei den Prüfungen Ende Juni zugegen und kann das hohe Niveau bestätigen: „Ich war beeindruckt wie souverän, kreativ und gut gelaunt die Absolventen die Prüfungsaufgaben gelöst haben.“

In Absprache mit der Gemeindeverwaltung sollen nach und nach konkrete Führungsideen formuliert, ausprobiert und dann angeboten werden.