B64: 4zu1. Planung zur B64 soll vertieft werden

Der Ausbau der B51 und der Neubau von drei B64-Ortsumgehungen – das ist das Straßen.NRW-Projekt "4zu1 Ostmünsterland-Verbindung" von Münster bis Rheda-Wiedenbrück.

Straßen.NRW informierte Anlieger aus dem Umfeld der geplanten Ortsumgehung Beelen.

Im September 2019 hatte Straßen.NRW einen Begleitkreis zur geplanten Ortsumgehung in Beelen ins Leben gerufen. Mit dabei waren Vertretende aus allen Fraktionen, Bürgerinitiativen pro und contra, Vertreter aus der Landwirtschaft, IHK und Kreishandwerkerschaft, die Naturschutzverbände Nabu und BUND, sowie die Unternehmerinitiative B64+ für die Umgehungsstraße, der Kreis und die Gemeinde Beelen. Die Ortsumgehung in Beelen ist Teil der Ostmünsterland-Verbindung zwischen Münster und Rheda-Wiedenbrück und hat damit überregionale Bedeutung. Sie verbindet die Oberzentren Bielefeld und Paderborn in der Ost-West-Achse mit Münster.

Die grobe Linie der Ortsumgehung für Beelen wurde bereits im Linienbestimmungsverfahren 2004 festgelegt. 2017 wurde die 4zu1 Ostmünsterland Verbindung, mit der Ortsumgehung Beelen als Teilprojekt, im Bundesverkehrsplan in den vordringlichen Bedarf eingestuft. Jetzt soll vertieft geplant werden. Denn in diesem möglichen, bereits feststehenden Korridor gibt es noch einige Gestaltungsmöglichkeiten. Die Art und genaue Lage der Anschlussknotenpunkte müssen noch festgelegt werden. Auch die genaue Linie im Rahmen des Korridors steht noch nicht fest und kann noch beeinflusst werden. Gleiches gilt beispielsweise für Brückenbauwerke und wichtige Wegebeziehungen, die aufrecht erhalten werden sollen, für die Radwege oder für das Ersatzwegenetz für die Landwirtschaft.

Im Begleitkreis wurde deshalb empfohlen, so früh wie möglich die potenziell betroffenen Anliegerinnen und Anlieger zu informieren und in einer Art Planungsworkshop Hinweise auf die Situation vor Ort oder Anregungen aufzunehmen. 75 Anlieger und Anliegerinnen aus dem gesamten Korridorbereich wurden persönlich postalisch angeschrieben und zum Treffen am 9. Dezember in die Gaststätte Holtbaum eingeladen. Es war ausdrücklicher Wunsch des Begleitkreises noch ein Treffen vor Weihnachten durchzuführen, damit alle Anliegen so früh wie möglich in der Planung berücksichtigt werden können. 55 Anlieger sagten fest zu. Es kamen allerdings nur sieben Personen zur Veranstaltung in den Raum der Gaststätte Holtbaum. „Für uns ist es nicht verständlich, warum die Anliegerinnen und Anlieger diesen wichtigen Termin nicht wahrgenommen haben“, bemerkt Manfred Ransmann, Leiter der Regionalniederlassung Münsterland. „Eine wichtige Chance, wurde vertan, die Planung so zu gestalten, dass möglichst viele Anliegerinteressen berücksichtigt werden können“, ergänzt auch Bernd Epmann, der Projektleiter von Straßen.NRW für diesen Abschnitt. Straßen.NRW hat ein Team von sechs Fachleuten zusammengestellt, um den Stand der Planung zu erläutern, Anliegern für ihre Fragen zur Verfügung zu stehen und wichtige Informationen aufzunehmen.

Straßen.NRW wird nun erst einmal nachfragen, was die Ursache war, dass trotz schriftlicher Anmeldung, die Menschen nicht in den Raum kamen. Die meisten der sieben Personen, die an der Veranstaltung teilnahmen, darunter auch Bürgermeisterin Kammann, machten ihre negative Einstellung gegenüber dem Projekt deutlich. Sie wünschten sich eine detaillierte, weiter fortgeschrittene Planung und gaben einige kritische Punkte zu bedenken. Diese wurden dokumentiert und aufgenommen.
Straßen.NRW wird nun diese Anregungen bearbeiten und einen groben Entwurf für Knoten, Radwege und das Ersatzwegenetz erstellen. Der Begleitkreis hatte eine weitere Veranstaltung mit der Landwirtschaft zu den Wirtschaftswegen gewünscht. Diese soll trotzt der Erfahrungen im Korridorworkshop stattfinden. „Wenn wir den Dialog aufgeben, geschieht dies zu Lasten der Menschen, die wirklich betroffen sind. Das kann in Niemandes Interesse sein“, schloss deshalb Dr. Antje Grobe von Dialog Basis, die mit ihrem Team den Prozess begleitet und dokumentiert. Ob und wie der Dialog mit den Anliegerinnen und Anliegern weitergeführt wird, soll nun der Begleitkreis festlegen, der voraussichtlich im Februar 2020 folgen wird. Die Planung läuft weiter – vorerst leider nur mit sehr wenigen Hinweisen der Anliegerinnen und Anlieger vor Ort.

Weitere Informationen finden Sie unter www.4zu1.nrw.de. Auf der Projekthomepage sind die Präsentation und das Protokoll der konstituierenden Sitzung des Begleitkreises in Beelen eingestellt.