Rettungswache Clarholz verbessert die Hilfsfristen deutlich

Beim vorweihnachtlichen Besuch bei den Einsatzkräften in der provisorischen Rettungswache Clarholz (v.l.): Bürgermeister Marco Diethelm, Thomas Kuhlbusch (Dezernent Gesundheit, Ordnung und Recht Kreis Gütersloh), Hendrik Johannwille, Eva Engbert, Eckhard Ramhorst (Abteilungsleiter Bevölkerungsschutz Kreis Gütersloh), Michael Sellemerten (Rettungswachenleiter), Merle Heemeier (stellvertretende Rettungswachenleiterin), Lukas Dobschall und Bianca Brandt. Foto: Kreis Gütersloh

Besuch in der provisorisch eingerichteten Rettungswache Clarholz: „Die Hilfsfristen sind deutlich verbessert“

Noch ist es beengt in der provisorischen Rettungswache Clarholz. Seit ihrem Start ist das Team des neuen Rettungswachenstandorts im und am Feuerwehrgerätehaus des Löschzugs Clarholz untergebracht, das nun vorweihnachtlichen Besuch von Bürgermeister Marco Diethelm, Kreisdezernent Thomas Kuhlbusch dem Leiter der Abteilung Bevölkerungsschutz, Eckhard Ramhorst bekam. Das wichtigste vorweg: der neue Standort zeigt die gewünschte Wirkung: „Der Rettungsdienst ist deutlich schneller vor Ort und die sogenannten Hilfsfristen sind deutlich besser“, betont Dezernent Thomas Kuhlbusch sichtlich zufrieden.

Wie die Zukunft aussieht und wie man das Provisorium meistert, war dann auch ein weiteres zentrales Thema zwischen Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern, Bürgermeister, Dezernent und Abteilungsleiter. Beide bedankten sich bei den Lebensrettern und besprachen gemeinsam mit ihnen die Einsatzzahlen.

Hochgerechnet wird das Team um Rettungswachenleiter Michael Sellemerten und seine Stellvertreterin Merle Heemeier bis zum Jahresende 1.480 Einsätze (Notfallrettung und Krankentransporte) gefahren haben. Zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreises besetzen dort seit Jahresbeginn den neuen Rettungswachenstandort zunächst tagsüber und seit dem 1. Mai 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr und sorgen so für ein noch dichteres Netz der Notfallversorgung im Kreis Gütersloh. Von den 606 Fahrten mit Sonderrechten, also Notfällen im Gemeindegebiet, war bei 330 Einsätzen der RTW aus Clarholz als erster am Einsatzort. Umgekehrt heißt das, dass in 46 Prozent aller Notfälle der RTW aus Clarholz bereits zu einem anderen Einsatz unterwegs war. „Die Zahlen zeigen deutlich, dass hier dauerhaft Bedarf besteht“, merkte Kuhlbusch an.

„Heute wollen wir uns bei den Einsatzkräften bedanken, die unter erschwerten Bedingungen arbeiten“, erklärte Kuhlbusch und schloss dabei die Feuerwehr mit ein, für deren Unterstützung er sich bedankte. Denn die rückte ordentlich zusammen, um den Rettungskräften so viel Platz einzuräumen wie möglich. Bisher konnte der Kreis lediglich einen Container neben dem Gerätehaus platzieren. Der ursprünglich erteilte Auftrag für eine Containerwache als Provisorium musste aufgehoben werden, der Hersteller lieferte nicht. Jetzt wurde der Auftrag neu vergeben. Wenn alles gut geht, stehen die Container an Ostern 2020. Bürgermeister Diethelm, der privat als ‚Mobiler Retter‘ unterwegs ist, blickte weiter nach vorn: „Die Zielsetzung ist, langfristig einen Standort für eine gemeinsame Feuer- und Rettungswache zu finden.“ Im Frühjahr, kündigten Feuerwehr und Rettungsdienst an, wolle man zusammen üben.

Normalerweise besucht Landrat Sven-Georg Adenauer im Advent stets an zwei Tagen die Rettungswachen und Polizeidienststellen im Kreisgebiet. Die beiden neuen Standorte ließen sich in diesem Jahr nicht in die zweitägige Besuchstour integrieren, weshalb Bürgermeister, Dezernent und Abteilungsleiter eigens Abstecher nach Clarholz und Steinhagen eingeplant haben. Die Geschenke, so das Versprechen, gibt es aber auf jeden Fall für alle.