Spielzeug der Kita St. Christina machte 6 Wochen Pause

So langsam füllen sich die Regale und Schränke in den fünf Gruppen der kath. KiTa Familienzentrum St. Christina wieder und das Lieblingsspielzeug der mehr als 100 Mädchen und Jungen kehrt aus der „Pause“ zurück. Bereits zum dritten Mal fand die spielzeugfreie Zeit mit großem Erfolg im Jahresablauf der KiTa statt.
„Gute sechs Wochen nehmen wir uns in jedem Jahr hierfür Zeit“ berichten Theresa Homeier und Vera Moren, die als Fachkräfte das Leitungsteam der Kindertageseinrichtung bilden. „Wir haben uns im Team ganz intensiv mit dem Thema beschäftigt und eine eigene Konzeption für diese besondere und phantasivolle Zeit entwickelt, in der wir die Lebenskompetenzen der Kinder noch einmal ganz anders fördern und fordern möchten.“ So richtig vermisst hat das Konsumspielzeug der vielen großen und kleinen Menschen der Einrichtung eigentlich niemand, stellen sie im Reflexionsgespräch dabei immer wieder fest.

In dieser ganz besonderen Zeit erlernen die Kinder einen sehr konstruktiven Umgang mit ihrer eigenen, freien Zeit. Sie können zu sich selbst kommen und ihre individuellen Bedürfnisse ganz genau kennenlernen. Dabei wird nicht nur die Kommunikationsfähigkeit der Kinder gefördert, sondern auch das Selbstvertrauen eines jeden Einzelnen wird ganz intensiv angesprochen. Auch das Mitspracherecht der Kinder erhöht sich in dieser Zeit um ein Vielfaches. „Die Kinder entscheiden über ihren Alltag viel selbstbestimmter als das in der übrigen Zeit des Jahres oft möglich ist. In dieser Zeit setzen die Kinder die Regeln im sicheren Rahmen der durch die Erzieherinnen gegeben wird um, berichtet die Leitung. „Der Alltag unserer Kleinsten ist heute häufig ausgefüllt durch den Ganztagsbesuch einer KiTa und verschiedener Freizeitaktivitäten. Da bleibt selbst ihnen häufig keine Luft mehr zum freien, selbstbestimmten Spiel ohne Vorgaben durch uns Erwachsene, berichtet sie weiter. Dem möchten wir ein Stück weit entgegenwirken und unseren Kindern hier im geschützen Rahmen die Möglichkeit bieten diese Erfahrungen zu sammeln.“

Mit großer Begeisterung konnten die Erzieherinnen die vergangenen sechs Wochen über ganz wichtige und lebenskompetenzfördernde Beobachtungen bei all den ihnen anvertrauten Kindern machen. Selbst in der kleinsten Ecke sind dabei phantasivolle Höhlen entstanden. Die Kinder haben Züge aus Naturmaterialien und dem Mobiliar gebaut oder es wurden mit Steinen, Behältern und Wäscheklammern eigene Spiele entwickelt. Besonders sind die Beobachtungen zu den Spielpartnern der Kinder. Fast alle Erzieherinnen berichteten, dass die Kinder in dieser Zeit viel offener und kommunikativer geworden sind und sich häufig neue Freundschaften unter den Kindern entwickeln konnten. „Es ist nahezu eine Zeit der Entschleunigung in der jeder einzelne sich selber ein Stück besser kennen lernt und sich die Aufmerksamkeit der Kinder nicht nur auf sich selbst sondern auch auf die Mitmenschen und die Natur erhöht“, stellt eine der Erzieherinnen abschließend fest.

Alle sind sich sicher, auch im nächsten Jahr soll es diese besondere Zeit wieder geben.