Ökumenisches Glockenläuten

Ökumenische Initiative: Kirchengemeinden läuten ab Sonntag täglich um 19.30 Uhr die Glocken.

Um die rasante Ausbreitung der Infektion mit dem Corona-Virus zu verhindern, müssen die sozialen Kontakte der Menschen massiv begrenzt werden – auch im Bereich der Kirche. In dieser Zeit der Einschränkungen und Isolation starten die Kirchen in Nordrhein-Westfalen eine ökumenische Initiative: In allen Kirchengemeinden erklingen täglich um 19.30 Uhr für fünf Minuten die Kirchenglocken, um Menschen zu Gebet und Innehalten einzuladen und so miteinander zu verbinden.

Die Initiative beginnt am Sonntag, 22. März 2020, und wird von den katholischen (Erz-)Bistümern und Evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen getragen.

„Glockenläuten verbindet: Menschen mit Gott, Menschen untereinander, Himmel und Erde“, schreibt Generalvikar Alfons Hardt in einem Brief an das Pastorale Personal des Erzbistums Paderborn, mit dem er zur Teilnahme an der ökumenischen Initiative aufruft. Das Glockenläuten lade zum persönlichen Innehalten, zu Stille und Gebet zu Hause ein. Durch das gleichzeitige Beten von Einzelnen entstehe zugleich eine lebendige Gemeinschaft: Die einzelnen Beterinnen und Beter werden zu einer großen Gemeinschaft zusammengeführt. „In diesen Tagen der Corona-Krise brauchen wir solche Verbindungen“, schreibt der Generalvikar des Paderborner Erzbischofs. „Da öffentliche Gottesdienste zurzeit nicht gefeiert werden dürfen, werden wir durch das gleichzeitige Gedenken und Bedenken beim Läuten der Glocken an unterschiedlichen Orten zu einer lebendigen Gemeinschaft.“

Jeweils die zwei größten Glocken eines Geläutes einer Kirche sollen erklingen, denn der besinnlich-ernste Charakter dieses Läutens entspreche der gegenwärtigen Situation mit den großen Herausforderungen am allermeisten. Die Glocken sollen täglich ab Sonntag, 22. März 2020, erklingen, zunächst bis einschließlich Gründonnerstag (9. April 2020) – traditionell verstummen während der Kartage die Glocken bis zum Osterläuten.