Informationen zum Eichenprozessionsspinner

Wie schon im letzten Jahr rechnet die Verwaltung auch in 2020 mit einem Auftreten des Eichenprozessionsspinners. Das warme, trockene Wetter hat in diesem Jahr wieder die Entwicklung der Raupe mit den gefährlichen Brennhaaren begünstigt. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Nachtfalter von den Niederlanden in Richtung Westen ausgebreitet. In den letzten Frühsommern verursachte er vor alle im Münsterland und auch in vielen Ruhrgebietsstädten Probleme.
Auch in Herzebrock-Clarholz war er verstärkt aufgetreten.

Zwar ist der Falter an sich harmlos, doch seine Raupen tragen ab dem dritten Larvenstadium Brennhaare, die auf der Haut und an den Schleimhäuten der Menschen allergische Reaktionen hervorrufen können. Die Beschwerden reichen von heftig juckenden Hautausschlägen bis zu Asthmaanfällen.

Bei Kontakt mit den Brennhaaren sollte man Kleidung und Schuhe ausziehen und nicht in den Wohnbereich bringen. Die Kleidung sollte bei mindestens 60° Celsius gewaschen werden. Die gereizten Hautbereiche darf man nicht kratzen. Man sollte kalt duschen, die Haare waschen sowie die Augen mit lauwarmem Wasser und den Mund mit kaltem Wasser reichlich spülen. Bei Beschwerden gilt es, den Hausarzt aufzusuchen.

Die Gemeinde arbeitet mit einer Fachfirma zusammen, um die Raupen und Nester auf den gemeindlichen Grünflächen zu entfernen. Dazu werden die Nester und Tiere unter höchsten Schutzauflagen wie dem Tragen von Schutzanzügen und Atemmasken abgesaugt und der Verbrennung zugeführt. Aus Umweltschutzgründen hat sich die Gemeinde gegen den Einsatz von Bioziden entschieden.
Ob eine Absaugung beauftragt wird, richtet sich nach dem Standort der befallenen Eiche und dem damit verbundenen Gefährdungsgrad. Dazu wurden die öffentlichen Bereiche in zwei Prioritätsstufen eingeteilt. Priorität eins haben Kindertageseinrichtungen, Schulen, Spiel-, Sport- und Bolzplätze sowie Bushaltestellen. Zur Priorität zwei zählen Wohngebiete und die Klostergärten beider Ortsteile.

In allen übrigen Bereichen wird in der Regel keine Entfernung vorgenommen. An Wegen, wie beispielsweise dem Gräftenweg in Clarholz, werden Warnschilder aufgestellt. Bei Bedarf erfolgt eine Sperrung betroffener Bereiche. Eine flächendeckende Beseitigung ist jedoch weder möglich noch sinnvoll. Der Eichenprozessionsspinner mit seinen Auswirkungen ist eine Naturerscheinung und als solche einzuordnen. Einigen Vogelarten dient die Eichenprozessionsspinnerraupe als Futter, sodass die Raupen auch auf natürliche Weise dezimiert werden können. Der Bauhof hat versuchsweise 40 Nistkästen an zwei Standorten im Gemeindegebiet aufgehängt, um gezielt die Vogelpopulation zu stärken. Wenn die Maßnahme Erfolg zeigt, werden in den nächsten Jahren weitere Nistkästen aufgehängt.

Weiterhin wird die Wirksamkeit der neuartigen „EPS-Falle“ in einem abgegrenzten Bereich getestet. Dabei werden schwarze Köderbeutel an Eichen angebracht, die einen Botenstoff enthalten.
Dieser Botenstoff lockt die Raupen an. Durch ein Plankton im Beutel werden die Raupen bei Kontakt ausgetrocknet. Für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an Baumbeständen auf privateigenen Grundstücken sind die Grundstückseigentümer verantwortlich. Die Bekämpfung sollte ebenfalls nur von Fachunternehmen durchgeführt werden.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie auch die Bürgerinnen und Bürger bei der Stärkung der Population der natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners behilflich sein können: Man kann beispielsweise Nistkästen, Wildbienenhotels und Florfliegenkästen aufstellen.
Die Gemeinde hat ein Merkblatt zum Eichenprozessionsspinner veröffentlicht: Merkblatt_EPS_Gemeinde_Herzebrock-Clarholz