Sanierung der Kläranlage Herzebrock-Clarholz günstiger als geplant

Erfreuliche Zahlen: Sanierung der Kläranlage Herzebrock-Clarholz günstiger als geplant

Die Kosten der Sanierung und Erweiterung der Kläranlage in Herzebrock-Clarholz sind deutlich unter der ursprünglich eingeplanten Summe geblieben. Dies ist eine positive Nachricht aus dem nicht öffentlichen Teil des letzten Betriebsausschusses der Gemeindewerke.

Themen in den Ausschüssen werden in der Regel von der Politik öffentlich beraten. Nur detaillierte Auftragsvergaben und personenbezogene Daten werden im nicht öffentlichen Teil vorgestellt, um Firmengeheimnisse und Persönlichkeitsrechte zu schützen. Unter Wahrung dieser Regeln stellt Bürgermeister Marco Diethelm das erfreuliche Ergebnis der Schlussrechnung der Sanierung und Erweiterung der Kläranlage zusammenfassend vor.

Die Kläranlage wurde in den Jahren 2017 und 2018 umgebaut. Dabei wurde viel Technik erneuert, auf neue Standards umgerüstet und ganze Anlagenteile neu ergänzt. So wurde zum Beispiel die gesamte Steuerungstechnik modernisiert und das Betriebsgebäude heutigen Arbeitsvorschriften angepasst. Die Kläranlage wurde durch den Bau eines Vorklärbeckens, eines Faulturms, eines Gasspeicherbehälters und zweier Mikrogasturbinen (einer Form eines Blockheizkraftwerks) erweitert. Zusätzlich wurde ein Retentionsbodenfilter errichtet, der Mischwasser aus der Kanalisation bei starken Regenfällen aufnehmen und reinigen kann. Dadurch wird praktisch kein Mischwasser mehr in den kleinen Vorfluter Ruthenbach abgegeben, sondern das gesamte Ab- und Regenwasser auf der Kläranlage nach modernen Standards gereinigt und anschließend über eine Druckrohrleitung in die Ems eingeleitet.

Die Gemeinde Herzebrock-Clarholz hat durch diese Umbauten den Umweltschutz vorangetrieben und eine zusätzliche Reserve in der Anlagenkapazität für die Reinigung von Abwässern zukünftiger Siedlungs- oder Gewerbebetriebe erhalten. Neben der Steigerung der Betriebssicherheit können auch Energieeinsparungen erreicht werden. Insbesondere durch den Bau des Faulturms und der Mikrogasturbinen lässt sich Gas, Wärme und Strom für die Eigenversorgung der Kläranlage gewinnen. Die Verminderung der Klärschlammmenge im Faulturm durch biologische Abbauprozesse führt zu einer Verringerung der Entsorgungskosten. Und schlussendlich muss weniger Klärschlamm abtransportiert werden.

Im Betriebsausschuss wurde jetzt berichtet, dass das Gesamtprojekt günstiger abgeschlossen werden kann, als ursprünglich beauftragt. Die nach einer europaweiten Ausschreibung beauftragten Leistungen wurden zu einem Gesamtpreis in Höhe von 8,8 Millionen Euro an fünf Firmen vergeben. Das baubegleitende Ingenieurbüro hatte darüber hinaus im Projektverlauf eine mögliche Kostensteigerung von vier bis fünf Prozent prognostiziert. „Dazu ist es durch konsequente Projektsteuerung, Termin- und Qualitätskontrolle seitens der Verwaltung der Gemeindewerke nicht gekommen. Ein toller Erfolg“ freut sich Bürgermeister Marco Diethelm. „Stattdessen liegt die jetzt anhand von Schlussrechnungen geprüfte und festgestellte Bausumme bei 8,5 Millionen Euro“, so Diethelm. „Der Faulturm ist heute weithin sichtbar und steht am Eingang unserer Gemeinde auch als Zeichen für eine moderne, umwelt- und verantwortungsbewusste Abwasserreinigung“, sind sich Diethelm und der stellvertretende Leiter der Gemeindewerke Marco Schröder einig.