Distanzunterricht an der Von-Zumbusch-Gesamtschule – eine erste positive Bilanz

Am heutigen Freitag haben sich die Schülerinnen und Schüler der Von-Zumbusch Gesamtschule ihre Halbjahrszeugnisse persönlich im To-Go-Verfahren von ihren Klassenlehrern aushändigen lassen. Die Leistungen, die darin dokumentiert und bewertet werden, haben sie bis Mitte Dezember im Präsenzunterricht und seitdem auch im Distanzunterricht erbracht. Für Kollegium und Schülerschaft ein Grund, einen Status Quo des digitalen Unterrichts an der VZG der letzten Wochen zu ziehen, denn im Vergleich zum ersten Lockdown verläuft der Distanzunterricht nach einem gut funktionierenden Konzept nach Stundenplan und mit einem routinierten Umgang mit IServ.

Für Lehrer Michael Hippe unterscheidet sich eine gute digitale Unterrichtsstunde gar nicht wesentlich von einer Stunde im Präsenzunterricht: „Oft bekommen die SchülerInnen zunächst eine Aufgabe, die sie in Einzelarbeit erledigen können, auch ohne Computer, damit sie Bildschirmpausen einbauen können. Im Idealfall lernen sie hier bereits die wichtigsten Inhalte der Stunde, so dass eine fehlende technische Ausstattung dem Bildungserfolg nicht im Wege steht. Danach geht es per Videokonferenz in Gruppenarbeitsphasen, wo die SchülerInnen ihre Ergebnisse kontrollieren und weitergehende Aufgaben bearbeiten können.“

Auch Petra Monkenbusch freut sich, dass vor allem das Videokonferenzmodul einen Unterricht nah an den Curricula möglich macht. „Immer wieder bauen Kolleginnen und Kollegen Besonderheiten ein wie die Teilnahme an online-Experimentierkursen der Uni Bielefeld, an der Schulkinowoche oder Autorenlesungen“, so die Oberstufenleiterin.

Ebenfalls hat sich für Petra Bolte, Klassenlehrerin einer 6. Klasse, „im Homeschooling eine Form des praktikablen Alltags eingestellt“. Bemerkenswert findet sie, wie sich die Form der Schülernachfragen verändert hat. „Während vor Weihnachten noch Anfragen kamen wie ‚Ich verstehe Mathe nicht!‘, kommen jetzt formvollendete Anfragen mit Anrede, konkreter Problembeschreibung oder Fragestellung und Grußformel“. Gerade bei den jüngeren Schülern hat sich ihrer Meinung nach der Einsatz von selbstgestalteten Erklärvideos bewährt.

Michael Wöstheinrich, Klassenlehrer einer 8. Klasse, hebt auch die Kreativität der Schüler im Fach Technik hervor: „Im Rahmen von Referaten sind den Schülern sehr gelungene Bildschirmpräsentationen mit guter Recherche und Gestaltung gelungen. Offenbar haben sie sich das Arbeiten mit dem Computer als ganz selbstverständliche Arbeitsweise angewöhnt.“ Auch das gemeinsame Arbeiten und Gruppenarbeit hält immer mehr Einzug im digitalen Unterricht an der VZG.

Aus Sicht von Heike Bücker (Sprachkoordinatorin) eignet sich zur kollaborativen und zeitgleichen Arbeit vor allem die Plattform „ZUMpad“ oder die Breakrooms von IServ. „Ergebnisse werden u.a.in Padlets und auch als Buch mit der App „Book Creator“ präsentiert. Auch „mentimeter“ wird genutzt, um die Stimmung der Schüler zu reflektieren und Unterstützungsmöglichkeiten anzubieten.“ „Sicherlich“, so Michael Hippe, „wird auch der Einsatz spezifischer Apps, Erklärvideos oder anderer multimedialen Möglichkeiten perfektionierter ablaufen, wenn wir erst unsere Schüler im Gebrauch ihrer eigenen Geräte trainieren können.“

Für Anne Fallner-Ahrens (Didaktische Leiterin) und Philip Eggert (Klassenlehrer im der 10. Jahrgangsstufe) ergibt sich die Anforderung, eine Balance zwischen digitaler Anwesenheit in Video- oder Audiokonferenzen sowie dem IServ Messenger und einer Wertschätzung und Korrektur der Lernergebnisse zu schaffen. Beide sehen die Wertschätzung der Schülerleistung als einen wesentlichen Aspekt eines gelingenden Distanzunterrichts an. Durch die bisherigen Erfahrungen im Lernen auf Distanz, dem Austausch mit den Schülerinnen und Schülern sowie durch die Korrekturen der eingereichten Aufgaben empfinden die Lehrerinnen und Lehrer große Achtung vor der Meisterung dieser Herausforderung für die Schüler (und auch Eltern). „Wir haben ein gemeinsames System geschaffen“, meint Eggert, „mit welchem uns derzeit gut möglich ist, Unterricht auf Distanz, aber dennoch so nah wie möglich an den Schülerinnen und Schülern zu vollziehen.“

Am Aufbau dieses Systems ist natürlich auch die Kommune als Schulträger beteiligt.

Schulleiterin Sabine Hengstenberg bezeichnet die Zusammenarbeit in Bezug auf die Digitalisierung mit den verschiedenen Gremien und Mitarbeiter der Kommune als zielgerichtet und begrüßt das Aufstellen des eigenen Servers für IServ in der VZG, da das Auftreten von technischen Problemen dadurch deutlich reduziert werden kann. Dies ist aber nur eine von zahlreichen Maßnahmen, die den Ausbau des digitalen Unterrichts – ob in Präsenz oder in Distanz – maßgeblich vorantreiben und multimedialer machen.

Wie das Konzept zum Distanzunterricht und die digitalen Arbeitsweisen von den Schülerinnen und Schülern zuhause an den Bildschirmen empfunden und eingeschätzt wird, ist der Schulleitung ebenfalls sehr wichtig. In der Oberstufe steht diesbezüglich eine Evaluation an, aber auch in der Sekundarstufe I werden immer wieder Feedbacks eingeholt, um nachsteuern zu können. Hier einige Schülerstatements:

Luisa (Klasse 9): „Wir bekommen Aufgaben, die passend zum eigentlichen Unterricht sind – auch im Schwierigkeitsgrad. Man kann die Aufgaben in Ruhe machen und auch wenn die Erklärungen der Lehrer etwas zeitversetzt kommen, können wir uns gegenseitig fragen und helfen.“

Leonie (Klasse 6): „Die Videokonferenz in KL hat am meisten Spaß gemacht. Die Aufgaben arbeite ich nach Plan, aber wenn ich fertig bin, fange ich sofort mit der nächsten an.“

Hennes (Klasse 6): „Mir macht das Lernen per Videokonferenz Spaß, weil ich meine Freunde wiedersehen kann. Die Lernvideos und Tipps von Frau Bolte helfen mir oft weiter.“

Vincent (Q2): „Ich finde gut, dass die Schülerinnen und Schüler, die eher weniger sagen, auch zwischendurch einfach mal drangenommen werden, wodurch auch im Online- Unterricht eine hohe Beteiligung zustande kommt. Ich persönlich finde, dass der Bio-Onlineunterricht ein gutes Beispiel dafür ist, wie Distanzunterricht in dieser Zeit funktionieren sollte, da er das Gefühl erzeugt, dass er gleichwertig zum Präsenzunterricht abläuft.“

Ben (Klasse 6): „Ich habe meinen eigenen Rhythmus beim Distanzlernen, denn ich fange immer mit dem Fach an, was mir am meisten Spaß macht. Besonders Spaß machen mir Aufgaben, die ich direkt am PC bearbeiten kann, außerdem finde ich die App „Anton“ besonders gut.“

Valeri (Klasse 6): „Ich würde lieber wieder zur Schule gehen, weil ich oft von meinen kleinen Geschwistern abgelenkt werde.“

Mia (Klasse 6): „Ich arbeite Zuhause nach Stundenplan. Ich freue mich, wenn ich für eine Aufgabe nicht so lange brauche.“

Emily (Q2): „Der Bio-Unterricht ist auch online gut strukturiert. Wir arbeiten zusammen auch anhand von Abbildungen. Wichtige Aspekte fassen wir, wie auch im „normalen“ Unterricht zusammen, so dass man diese noch einmal verschriftlich hat. Gerade die naturwissenschaftlichen Fächer leiden unter der momentanen Situation, trotzdem ist zu sagen, dass unser Bio-LK auch online super funktioniert und es keine Verständnisschwierigkeiten gibt.“

Veit (Klasse 10): „Der Distanzunterricht ist besonders für den Technik-Unterricht ungünstig, da wir einen sehr großen Wert auf Praxis legen. Trotzdem versuchen wir im Distanzunterricht interessante Alternativen zu finden und beschäftigen uns z.B. mit Sensoren jeglicher Art. Auch so lernen wir etwas interessantes hinzu.“

Johanna (Q1): Der Stundenverlauf ist immer sehr ähnlich, was dem Unterricht eine angenehme und klare Struktur gibt. Die Aufgaben sind in den Stunden gut machbar, Gruppenarbeitsphasen werden eingeplant und die Anforderungen sind ziemlich identisch zum Präsenzunterricht. Der Unterricht ist sehr gut durchgeplant und sehr gut organisiert und es gibt immer die Möglichkeit, Fragen zu stellen, wenn etwas unklar ist. Ferner helfen die Rückmeldungen dabei, die eigenen Leistungen gezielt verbessern zu können. Ich glaube, dass der Geschichtsunterricht ein sehr gutes Beispiel für gelungenen Distanzunterricht ist.

Damian (Klasse 6): Meine Musik-AG-Konferenz hat sehr gut funktioniert und war lustig.

Michelle (Klasse 6): Ich stehe immer um 5.30 Uhr auf und rufe Alexandra an und wir machen zusammen Aufgaben.

Die Einschätzungen des Kollegiums und auch die Statements der Schülerinnen und Schüler zeigen deutlich, dass der Ausbau des Distanzlernens und des digitalen Unterrichts an der VZG große Fortschritte gemacht hat, so dass alle Beteiligten eine durchaus positive Bilanz ziehen können.

Fotos:

  • Petra Bolte (Klassenlehrerin der 6c) beim Erstellen eines Erklärvideos in Mathe
  • Start einer online-Bio-LK-Stunde, Anne Fallner-Ahrens (Fachlehrerin Q2)
  • Antonia Schürmann (Kl. 6c)
  • Ben Gobbers (Kl. 6c)
  • Marlon Recker (Kl. 6c)
  • Finja Hanewinkel (Q1)
  • Julius Dreisewerd (Kl. 6c) in Partnerarbeit mit Hund