Leserbrief: „Was nun, sehr geehrter Herr Brinkhaus?“

Leserbrief von Johannes-Otto Wördemann aus Herzebrock-Clarholz

Was nun, sehr geehrter Herr Brinkhaus?

Die Weisen aus Berlin versprechen uns hier in OWL Ruhm und Reichtum, wenn doch nur die Fernstraße B64n von Rheda nach MS gebaut wird. 600 Millionen, 600.000.000,00 €  sollen dafür in “Beton” gegossen werden, eine Unverschämtheit, nicht nur gegenüber den Gewerbetreibenden, die wegen Corona in finanzielle Not geraten sind.

Werden die Bürger vorsätzlich getäuscht?

1. Die Ortszentren werden keineswegs ruhiger, es gibt dazu wissenschaftliche Studien und den Lärmaktionsplan des MULNV. 75 dB werden an der jetzigen Rennstrecke bleiben, so wie es an der Gütersloher Str. in Rheda, oder an der Verler Str. in GT jetzt auch  ist.  In dem Plan ist auch erwähnt wie wichtig ruhige Gebiete für die Naherholung sind. 

2 .Täuschung: Es wurde eine Verkehrszählung B64 durchgeführt, aber die Ergebnisse werden nicht sofort veröffentlicht, sicherlich, weil die A33 die Zahlen positiv beeinflusst hat. 

3 . Täuschung: Das Überschwemmungsgebiet Axtbach in Clarholz wurde verkleinert, obwohl die B64n das noch vergrößern wird und die Wetterextreme zunehmen. In der Folge wird die Grundwassersenkung beschleunigt. Laut Erläuterung des neuen Regionalplans gibt es hier in Herzebrock-Clarholz besonders schutzwürdige Böden, die auch zur guten Grundwasserbildung sehr wichtig sind! 

4 . Täuschung: Der Rad- und Wanderweg (Teilstück von R10) von Lette nach Clarholz wurde abgewertet.

Dieser historische Kerkherrenweg führt durch die reizvolle Kulturlandschaft von dem im 12.Jh. gegründetem Kloster Clarholz vorbei an den historischen, alten Höfen zu den Pfarrkirchen von Lette und Beelen.

Ich finde jedes weitere Vorgehen, das zu diesem unsinnigen Straßenbau 5km lang nah am Axtbach, den hier wichtigen Biotopverbund zerschneidet, der sollte heute schon zur Rechenschaft gezogen werden und nicht erst in 30 oder 50 Jahren. Wie viele Grünbrücken (a 5 Millionen €) sollen das Gewissen wieder beruhigen?

Warum müssen wir hier in OWL noch mehr Straßen für die LKW-Fahrer bauen, die Schleichwege nutzen um von Ost nach West zu kommen?

  • Warum missachtet man z.B. die wissenschaftlichen Studien von Prof. Heiner Monheim? (… mehr Straßen führt zu mehr Verkehr)
  • Warum müssen wir hier noch mehr Gewerbe + Wohnungen ansiedeln und im Ruhrgebiet wird Gewerbefläche stillgelegt? 

Wir kommen in Teufelsküche mit der Beschleunigung des Klimawandel. Das ist wie mit der Ratten- und Virusvermehrung, wenn man bedenkt, dass 1 ha Mais benötigt wird, um den CO2 Ausstoß einer 60 km langen Autofahrt zu recyceln.

Was folgt auf mehr Versieglung? Die landwirtschaftliche Fläche schwindet unwiderruflich und der Wald stirbt. Das bedeutet wiederum weniger Sauerstoff. Hinzu kommt noch, dass die Landwirte nicht mehr bedarfsgerecht ihre Äcker bestellen können und immer mehr Nahrung gelangt zu uns aus dem “Regenwald” mit viel Glyphosat und sehr umweltbelastenden Transporten.

Was in Jahrzehnten schafften Hände, zerstört, und bitter ist das Ende – mit viel Geld !

Warum fahren die Egoisten in und durch die Natur und hinterlassen überall Ihren Müll?

Wie ist das mit dem 10. Gebot Gottes?: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut! Gibt es schon eine Ergänzung? Du sollst nicht zerstören und zumüllen deines Nächsten Hab und Gut!

Es kommt immer anders, wenn man denkt!

Mit freundlichen Grüßen

Johannes-Otto Wördemann

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