Digitalisierung der Schulen in Herzebrock-Clarholz kommt voran

Claudia Strässer Leiterin Wilbrandschule Die Leiterin der Wilbrandschule in Clarholz, Claudia Strässer, ist begeistert vom Einsatz der digitalen Technik in der Grundschule.

Die Digitalisierung der Schulen in der Gemeinde Herzebrock-Clarholz ist wieder einige Schritte vorangekommen. Im Oktober 2020 hatte die Gemeinde für die Ausstattung der Schulen mit schulgebundenen mobilen Endgeräten der Jahrgänge 1 bis 6 eine Zuwendung in Höhe von knapp 80.000 Euro erhalten. Weitere rund 317.000 Euro wurden im Rahmen des Digitalpakts für den Ausbau des schulischen WLANs sowie die Ausstattung der pädagogisch genutzten Räume mit Anzeige- und Interaktionsgeräten gewährt. Die Eigenanteile der Gemeinde betragen dabei insgesamt 122.056 Euro. Der Gesamtfinanzbedarf für die Umsetzung des Digitalisierungskonzepts liegt jedoch wesentlich höher, so dass ergänzend Mittel aus dem Förderprogramm „Gute Schule 2020“ und Haushaltsmittel der Gemeinde eingesetzt wurden. Insgesamt wurden in den letzten sechs Monaten rund 900.000 Euro in die digitale Infrastruktur und Ausstattung der Schulen investiert.

Im vergangenen halben Jahr haben die IT-Fachleute der Gemeindeverwaltung sowie externe Firmen die Grundlagen geschaffen, damit die neue Technik in allen Schulen genutzt werden kann. Dazu zählen die Elektroverkabelung für die Herstellung von Anschlüssen für das flächendeckende WLAN und die Nutzung der technischen Geräte. Switche und Access Points wurden geliefert und installiert. Zudem konnte für die von-Zumbusch- Gesamtschule ein zentraler Server beschafft und installiert werden. Darauf läuft unter anderem das Programm IServ. Alle Fach- und Differenzierungsräume der Gesamtschule sind mit interaktiven Displays und die Klassenräume mit Beamern und Projektionsflächen ausgestattet. Michael Hippe, Lehrer für Geschichte und Philosophie, kümmert sich an der Gesamtschule um die Software und begrüßt die Entwicklung der Digitalisierung: “Wir freuen uns über die moderne Ausstattung mit iPads und digitalen Tafeln.“

Auch die Leiterin der Wilbrand Grundschule in Clarholz, Claudia Strässer, teilt die Freude über die neuen technischen Möglichkeiten: „Wir sind begeistert von den interaktiven Boards. Auch die Tablets werden eifrig vom Kollegium eingesetzt.“ Die Daten der Grundschulen liegen zentral auf einem Server im Rathaus. Dazu wurden das Rathaus und die Grundschulen mit einer Glasfaserleitung vernetzt und die verfügbare Bandbreite auf 1 GBit/s aufgerüstet. In sämtlichen Klassenräumen der Grundschulen würden interaktive Displays installiert. Zur Spiegelung der iPads auf die Präsentationsflächen beziehungsweise interaktiven Displays sind Apple TVs in allen Unterrichtsräumen eingerichtet worden.

Für die Klassen 1 bis 6 wurden 448 schulgebundene iPads angeschafft. Jeder Klasse steht davon ein Klassensatz á 16 Stück zu. Aktuell fehlen noch die meisten der zeitgleich mit der Anschaffung der iPads beauftragten Koffer für die Lagerung und Ladung der Geräte in den einzelnen Klassen. Die Verwaltung steht in Gesprächen mit dem Lieferanten. Eine Auslieferung der iPads an die Schulen hat bisher größtenteils noch nicht stattgefunden, da dies ohne Lade- und Lagermöglichkeit als nicht sinnvoll angesehen wird. Die Verwaltung hofft auf eine baldige Lösung des Problems seitens des Lieferanten.

Das pädagogische Konzept der Gesamtschule sieht die Anschaffung von schülereigenen iPads ab der 7. Klasse vor. In einem ersten Schritt wird der verpflichtende Unterricht am iPad in den Jahrgängen 7, 8, 11 und 12 eingeführt. In einem Webshop konnten die Eltern der betroffenen Schülerinnen und Schüler ein iPad inklusive Zubehör bestellen. Den Klassen 9 und 10 wurde ebenfalls eine Bestellung über den Webshop ermöglicht, auch wenn der Einsatz im Unterricht nicht verpflichtend ist. Die Geräte wurden im April geliefert. Durch den Betreiber des Webshops wurden die iPads in ein Mobile Device Management System (MDM) aufgenommen. Damit können für Unterrichtszwecke eingesetzte Apps zentral durch die Schule verwaltet und auf alle betroffenen iPads installiert werden. Für Schülerinnen und Schüler, die sich bereits im Rahmen des Homeschoolings ein Gerät angeschafft haben, wurden die Geräte durch den Schulträger in das MDM aufgenommen.

Für die jetzige 6. Klasse hat am 20. Mai ein Online-Elternabend für die Bestellung von schülereigenen iPads stattgefunden. Diese können auch in einem Webshop bestellt werden, sodass eine Lieferung zu Beginn des Schuljahres 2021/22 realisiert werden kann.

Somit wurden fast alle Maßnahmen im Rahmen des „DigitalPakts Schule“ erfolgreich in allen Schulen der Gemeinde Herzebrock-Clarholz abgeschlossen. Die Schulen können ihre pädagogische Arbeit in allen vorgesehenen Räumen an den Präsentationsflächen ausführen. Der Unterricht in der Gesamtschule kann mit schülereigenen iPads gestaltet werden. Einzig in den Jahrgängen 1 bis 6 können die schuleigenen Klassensätze an iPads mangels Kofferlieferung noch nicht komplett genutzt werden. Dank der Ausstattung aller Lehrer mit Lehrerendgeräten können die Präsentationsflächen aber interaktiv bedient werden.

Auf Basis einer Zusatzvereinbarung im Rahmen des Digitaltpakts hat die Verwaltung zur Sofortausstattung bedürftiger Schülerinnen und Schüler und Online-Lehrangeboten eine Förderung von 70.345 Euro erhalten. Es verbleibt ein Eigenanteil von 7.816 Euro. So konnten 160 weitere iPads angeschafft werden. Zusätzlich wurden drei Streaming-Kameras für die Organisation von Online-Lehrangeboten für die Von-Zumbusch-Gesamtschule beschafft. Die iPads werden nach einer Vereinbarung mit den Schulen am Ort an bedürftige Schülerinnen der Gesamtschule ausgegeben. Kriterien für die Feststellung der Bedürftigkeit wurden von der Gesamtschule festgelegt. Die Verteilung der iPads erfolgt in Eigenverantwortung seitens der Gesamtschule.

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt auch die Beschaffung von schulgebundenen mobilen Endgeräten für Lehrkräfte einschließlich der Inbetriebnahme, des erforderlichen Zubehörs und der Software mit maximal 500 Euro pro Gerät. Dies betrifft 115 Lehrkräfte. Insgesamt beträgt diese Förderung 57.500 Euro. Mit den Schulen wurde sich auf ein iPad nebst Zubehör geeinigt. Nach erfolgreicher Ausschreibung konnten Anfang Januar insgesamt 119 iPads an das Lehrpersonal übergeben werden. Die iPads verbleiben im Eigentum des Schulträgers und werden den Lehrerinnen und Lehrern mit einer Nutzungsvereinbarung zur Vorbereitung des Unterrichts überlassen.

Michael Hippe Lehrer von-Zumbusch-Gesamtschule An der von-Zumbusch-Gesamtschule kümmert sich Michael Hippe, Lehrer für Geschichte und Philosophie, um die Software des digital gestützten Unterrichts.